Dies war das erste Gartenbuch überhaupt, das ich mir gekauft hatte. Wie der Klappentext verrät, geht es hier um Garten, Terrasse und Balkon. Das Buch ist in drei große Kapitel unterteilt: Planung, Gartenpraxis und Portraits. Diese sind dann jeweils entsprechend nochmal in kleinere Überkapitel unterteilt.

Titel: Obst & Gemüse selbst anbauen: Schritt für Schritt zum eigenen Küchengarten (GU Gartenpraxis)
Autorin: Renate Hudak
ISBN: 978-3-8338-5067-7
Verlag: Gräfe und Unzer Verlag GmbH
Seitenzahl:128
Erscheinungsdatum: 06.02.2016
Dies war das erste Gartenbuch überhaupt, das ich mir gekauft hatte. Wie der Klappentext verrät, geht es hier um Garten, Terrasse und Balkon. Das Buch ist in drei große Kapitel unterteilt: Planung, Gartenpraxis und Portraits. Diese sind dann jeweils entsprechend nochmal in kleinere Überkapitel unterteilt.
Los geht es mit der Planung: Zuerst sollte man sich immer fragen, was man sich vom Gärtnern erhofft und was man zur Verfügung hat; hier spielen nicht nur die (räumlichen) Gegebenheiten, sondern auch die vorhandene Zeit eine große Rolle. Bezüglich des Platzes werden ein paar praktische Richtwerte genannt: Wie viel Beetfläche benötigt man und ob man Obstbäume pflanzen möchte, die ja auch nochmal extra Platz benötigen. Für Balkone werden spezielle kompakte und klein bleibende Sorten empfohlen. Generell wichtig für das Pflanzenwachstum ist dort zudem die Ausrichtung (vorzugsweise Süd-Ost oder Süd-West), sowie die entsprechende Beschattung. Generell geht es aber viel um Gartengestaltung, die in einer maßstabsgetreuen Skizze konkludieren soll (hier habe ich mir übrigens auch meine Ideen zur Planung geholt). Miteinfließen sollen dabei:
- Kulturdauer (wenige Tage bis mehrere Wochen von der Aussaat bis zur Ernte; hier sollte man sich immer an der längsten Kultur orientieren)
- Mischkultur
- und beim Balkon: auch hier spielt Kulturdauer und Nährstoffbedarf eine Rolle (deswegen wird beispielsweise von Kürbis abgeraten, dafür eher kleinwüchsige Sorten wie Tomaten und Co. empfohlen). Auch Platzsparen in Form von Pflanzregalen oder -taschen wird angesprochen sowie Hängeampeln.
Es folgt eine kurze Übersicht über Erde und Gefäße. Der erste Teil schließt, wie auch die anderen Teile bzw. größeren Abschnitte, mit einem FAQ-Teil ab, der quasi nochmal den vorhergegangenen Inhalt zusammenfasst und spezifiziert.
Im zweiten Teil „Gartenpraxis“ wird nun tief in die Praxis eingetaucht. Los geht es mit einer Übersicht über nützliche Geräte und Werkzeuge für das Gärtnern. Als nächstes werden die verschiedenen Gartenbodentypen erörtert und wie man sie ggf. verbessert. Auch wird der Säuregrad (von sauer bis alkalisch) angesprochen. Dem schließt sich ein Kapitel darüber an, wie man Kompost (zumindest im Garten) selber machen kann. Auch wichtig: Beete und Hoch- und Hügelbeete anlegen.
In einem etwas größeren Unterkapitel geht es dann weiter mit der Auswahl von Pflanzen und Obstgewächsen, die auf je 2-4 Seiten beschrieben werden. Hierbei geht es u.a. um den Unterschied zwischen wurzelnackten Pflanzen und Ballenware. Es wird erläutert, was wichtig beim Kauf von Jungpflanzen ist:
- gut durchwurzelt
- 1-5 Laubblattpaare neben den Keimblättern
- generell gesunde Blätter.
Auch wird darauf eingegangen, was beim Saatgutkauf zu beachten ist.
Die Anzucht wird sehr generell, aber nicht sortenspezifisch beschrieben. Ebenso die Direktaussaat, die sich aber eher auf Beete bezieht. Weitere Unterkapitel sind:
- Vermehrung von Beerenobst
- Bau und Vorteile von einem Frühbeet (Erntesaison verlängern und früher starten)
- Gewächshaus, Folientunnel, Gärtnern unter Vlies und Folie (Vlies v.a. auch als Frostschutz)
- Jungpflanzen sowie Beerenobst und Bäume in die Erde bringen.
Dem Balkongärtnern werden nur zwei Seiten gewidmet. Hier liegt der Fokus auf den Gefäßgrößen, dem Wasserablauf, der Erde und dem jeweiligen Standort. Typisch Gartenbuch wird hier nur wenigen Pflanzen auf dem Balkon Erfolg zugetraut. Was nachvollziehbar ist, wenn man vom Garten her kennt, dass so gut wie alles geht. Dennoch wirkt es auf unsereins doch eher etwas demotivierend.
Weiter geht es mit Pflegearbeiten, die im Garten anfallen: gießen, düngen, mulchen, Obstbäume und -sträucher schneiden.
Ein etwas größerer Abschnitt ist dem „Winterfest machen“ gewidmet. Neben Tipps, wie man Beerensträucher überwintern kann, geht es auch um Gemüsesorten, die man im Winter beernten kann, wie beispielsweise Feldsalat, der frostunempfindlich ist. Auch gibt es einige Kohlarten, die Minusgrade zur Ausbildung ihres Aromas brauchen, wie z.B. der Grünkohl. Der Fokus liegt aber auch hier auf Gartenbeeten und wie man diese im Winter abdeckt (mit Vlies Reisig, Laub und Stroh). Bei Spalierobst ist zudem der Schutz vor der Wintersonne wichtig; mit Stroh oder Bastmatten kann man diese abdecken, damit die Rinde durch den ständigen Wechsel von Sonne und Frost nicht splittert, so dass keine Keime eindringen können oder der Baum gar zu früh austreibt. Dieses Mal wird sogar extra auf den Balkon eingegangen: Die Pflanzen sollten an die Hauswand gerückt werden und die Gefäße mit Jute, Strohmatten oder Noppenfolie umwickelt werden. Zusätzlich sollte man sie auf Bretter oder Styroporplatten stellen.
Ein wichtiger Unterpunkt ist der Schutz von Pflanzen. Neben vorbeugende Maßnahmen wie der Kauf von kräftigen Pflanzen und resistenten Sorten, ist auch ein optimaler Standwort wichtig, an dem die Pflanzen nicht zu dicht gesetzt werden. Auch Mischkultur ist hier ein wichtiger Aspekt, regelmäßige Kontrollen natürlich auch. Selbstgemachte Brühen, Jauchen und Tees werden empfohlen, sowie das Spannen von Netzen.
Es folgt eine mehrseitige Übersicht über Schädlinge mit Schadbildern und entsprechenden Behandlungsmöglichkeiten.
Abschließend geht es noch um das Ernten: wann ist der richtige Zeitpunkt und wie erkennt man ihn (ein wichtiger Indikator: die Samentüte). Hierbei wird auf verschiedene Arten und Sorten eingegangen. Auch geht es um die richtige Lagerung und die Verwertung der Ernte in Form von Einkochen und Co.
Es folgt der letzte große Teil: Portraits. Hier werden sehr ausführlich verschiedene Obst- und Gemüsesorten vorgestellt, wobei der Fokus wieder auf der Gartenkompatibilität liegt. Die einzelnen Kriterien, die jeweils beschrieben werden, sind: Pflanzenfamilie, Licht, Wasser, Anbauen, Boden, Pflegen, Ernten, Inhaltsstoffe, Sorten, Pflanzabstand, für Topf geeignet, Verwertung (lagerfähig, einfrieren, einmachen).
Zum Schluss folgt noch ein Anhang, der einen Gartenjahrkalender beinhaltet, eine kleine Mischkulturtabelle und eine Seite mit Garteninfos, Verkaufsadressen und Literatur (wobei diese ausschließlich aus dem GU Verlag stammt). In der Umschlagklappe geht es noch kurz um Saatgutgewinnung, jedoch nur auf vier Sorten beschränkt. Die entsprechende App, die vorne in der Klappe beworben wird, scheint es aber nicht mehr zu geben.
Fazit 3/5
Hier trifft man auf geballtes Wissen – aber eher für den Garten. Obwohl auf dem Klappentext beworben, ist der Balkon immer eher im Hintergrund und es wird in den Leser:innen vielmehr die Sehnsucht nach einem Garten geweckt.
Dafür punktet das Buch mit einem guten Allgemeinteil und Portraits. Falls man einen Garten anlegen will, ist dieses Buch definitiv eine gute erste Anlaufstelle. Für Balkongärtner:innen bietet dieses Buch eher Einblicke in allgemeine Vorgänge beim Gärtnern, die sich leider nicht alle eins zu eins auf das Balkongärtnern übertragen lassen.
Das Layout ist okay, aber die dreispaltige Aufteilung wirkt manchmal etwas unruhig. Die einzelnen Abschnitte sind aber immer mit ansprechenden Bildern hinterlegt.
Etwas irritierend ist, dass das Buch nicht nach Pflanzen, sondern nach Kategorien sortiert ist, also eher allgemein anstatt sortenspezifisch. Trotz der Unterteilung in Kapitel wirkt das Ganze manchmal etwas ungeordnet, was u.a. an den FAQs liegt, wo manchmal Fragen zu vorangegangenen Kapitel gestellt werden.
Zusammenfassend lässt sich aber festhalten, dass dieses Buch ideal für Hobbygärtner:innen ist, die sich in das Thema Gärtnern erst mal hineinfinden wollen. Für Balkongärtner:innen ist es jedoch aufgrund des starken Fokus auf den Garten leider nicht geeignet.

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