Den Dschungelbalkon frühlingsfit machen

Die Tage werden langsam länger, die frostfreien Nächte immer häufiger. Höchste Zeit also, den Balkon auf die neue Saison vorzubereiten. Heute zeige ich euch, wie ich die ersten Sonnentage Ende Februar nutze, um gemeinsam mit den vier Dschungelkatzen unseren Balkon frühlingsfit zu machen.


Beerensträucher umtopfen und beschneiden

Dieses Jahr wage ich mich zum ersten Mal an den Schnitt meiner Beerensträucher. Einige habe ich bereits mehrere Jahre und bis dato weder einmal beschnitten noch umgetopft. Zeit also, dieses Projekt anzugehen.

Beim Schnitt bin ich ehrlich gesagt noch eher ratlos – ich habe viele Ratgeber gelesen, aber ich erkenne an meinen Beerensträuchern nicht wirklich wie alt die Äste jeweils sind. Deswegen habe ich hier eher nach Gefühl geschnitten. Mal schauen, was daraus wird.

Viel wichtiger war aber das Umtopfen meiner langlebigsten Sträucher: Heidelbeere und Stachelbeere. Beide habe ich seit 2019 und noch nie die Erde getauscht. Höchste Eisenbahn also. Bis dato hatte ich auch eine ebenso alte Brombeere. Von dieser habe ich mich dieses Jahr aber schweren Herzens getrennt. Sie trug bereits seit einigen Jahren nicht mehr wirklich viel, was vor allem daran lag, dass sie keine neuen Triebe gebildet hat (Brombeeren fruchten am zweijährigen Trieb). Das soll wohl aber auch an der Züchtung liegen, habe ich gelesen (es war eine Navaho). Auch war der Topf total durchgewurzelt. Ich denke, hier trafen beide Bedingungen einfach ungünstig zusammen. Für die nächste Saison werde ich mir die Zwerg-Hängebrombeere Coolaria Cascata Black kaufen. Im Gegensatz zu meiner vorhergehenden Brombeere, die ich damals so ziemlich impulsiv und ohne vorherige Recherche im Gartencenter gekauft hatte, ist diese Sortenentscheidung bewusst getroffen: Sie ist kleinwüchsig und kann sogar in Balkonkästen kultiviert werden.

Nun aber zurück zum eigentlichen Thema, dem Umtopfen.

Hier bin ich wie folgt vorgegangen: Zunächst habe ich mir alle Utensilien, die ich benötige, bereitgelegt:

  • Erde
  • Pflanzgranulat
  • Vlies
  • Langzeitdünger
  • Pflanze
  • Unterlage

Dann ging es auch direkt los. Zunächst habe ich den Ballen aus dem Topf gezogen und versucht, die Wurzeln etwas zu lockern. Normalerweise sollte man vor dem Umtopfen den Ballen sich nochmal im Wasser vollsaugen lassen. Darauf habe ich aber verzichtet. Obwohl für die nächsten Tage kein Frost angesagt ist, wird es nachts nicht viel wärmer als 0 Grad. Das ist mir zu riskant, zumal beide Pflanzen noch gut gewässert waren.

Weiter ging es mit der Vorbereitung des Topfes. Ich habe nochmal dasselbe Pflanzgefäß genommen, da größere Töpfe leider nicht mehr auf den Dschungelbalkon passen würden. Da wir langfristig aber nach einem Haus mit Garten (und großem Balkon 😊 ) suchen, habe ich die Hoffnung, dass ich dann allen Sträuchern ein größeres Behältnis spendieren kann.

Lilly ist natürlich mit vollem Einsatz dabei 😁

Zunächst habe ich eine Schicht Pflanzgranulat auf dem Topfboden verteilt (eine umweltfreundliche Variante von Blähton) und darüber ein zugeschnittenes Stück Vlies gelegt. Hierauf kam nun frische Erde sowie eine Portion Langzeitdünger. Normalerweise verwende ich Schafwollpellets, diese sind jedoch nicht für Heidelbeeren geeignet (aufgrund der sauren Erde), weswegen ich hier auf einen anderen Dünger ausgewichen bin.

Dann habe ich das gut eingearbeitet und den Ballen eingesetzt. Noch eine kleine Schicht neue Erden obendrauf, gut andrücken und voilà – der Strauch ist bereit für die neue Saison.



Überwinterte Pflanzen umtopfen

Genauso habe ich auch mit meinen Pflanzen verfahren, die ich auf dem Balkon überwintert habe: Erdbeeren und Chilis.

Seit diesem Jahr habe ich ein Hoch- bzw. Vertikalbeet auf dem Balkon. Hier möchte ich platzsparend gärtnern und vor allem kleinwüchsige und dafür geeignete Pflanzen anbauen, so wie Erdbeeren. Die drei Exemplare, die ihr hier seht, haben bereits Mitte Februar ausgetrieben; von zwei anderen habe ich mich bereits getrennt. Die verblühten Stängel habe ich abgeschnitten und alle drei nun zusammen in eine Etage gesetzt. Vorne ist noch Platz für ein neues Exemplar, das ich mir diese Saison noch im Gartenhandel holen werde (Erdbeeren selber ziehen hat bei mir wiederholt nicht geklappt, weswegen ich das sein lasse). Zudem werden die Lücken im März/April noch mit Dill und Ringelblumen aufgefüllt.

Hier sieht man noch meine drei aufbereiteten Chilis, von denen ich zwei (Chili und Pimientos) letztes Jahr aus Samen gezogen habe. Bei Chilis weiß man nie so genau, ob sie den Winter überlebt haben, aber wenn sie es geschafft haben, ist der Ertrag erstaunlich.

Und ja, das funktioniert auch in diesen Mini-Töpfen – leider sind die so ziemlich das einzige Gewicht, das wir direkt an unserem Katzennetz befestigen können. Chilis sind nämlich für Katzen giftig, sowohl die Früchte als auch die Blätter.

Und falls ihr euch fragt, was ich mit der alten Erde gemacht habe: Diese habe ich in meinen großen 40x60cm Topf gekippt und werde sie im Laufe der nächsten Wochen aufbereiten.

Und was ebenfalls bald ansteht ist das Umtopfen und Aufbereiten meiner im Haus überwinterten Pflanzen: Physalis und zwei Zitruspflanzen. Darauf freue ich mich auch schon.

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