Schlagwort: Balkongärtnern

  • Rezension: „Obst & Gemüse selbst anbauen: Schritt für Schritt zum eigenen Küchengarten (GU Gartenpraxis“

    Rezension: „Obst & Gemüse selbst anbauen: Schritt für Schritt zum eigenen Küchengarten (GU Gartenpraxis“


    Dies war das erste Gartenbuch überhaupt, das ich mir gekauft hatte. Wie der Klappentext verrät, geht es hier um Garten, Terrasse und Balkon. Das Buch ist in drei große Kapitel unterteilt: Planung, Gartenpraxis und Portraits. Diese sind dann jeweils entsprechend nochmal in kleinere Überkapitel unterteilt.

    Titel: Obst & Gemüse selbst anbauen: Schritt für Schritt zum eigenen Küchengarten (GU Gartenpraxis)
    Autorin: Renate Hudak
    ISBN: 978-3-8338-5067-7
    Verlag: Gräfe und Unzer Verlag GmbH
    Seitenzahl:128
    Erscheinungsdatum: 06.02.2016

    Dies war das erste Gartenbuch überhaupt, das ich mir gekauft hatte. Wie der Klappentext verrät, geht es hier um Garten, Terrasse und Balkon. Das Buch ist in drei große Kapitel unterteilt: Planung, Gartenpraxis und Portraits. Diese sind dann jeweils entsprechend nochmal in kleinere Überkapitel unterteilt.

    Los geht es mit der Planung: Zuerst sollte man sich immer fragen, was man sich vom Gärtnern erhofft und was man zur Verfügung hat; hier spielen nicht nur die (räumlichen) Gegebenheiten, sondern auch die vorhandene Zeit eine große Rolle. Bezüglich des Platzes werden ein paar praktische Richtwerte genannt: Wie viel Beetfläche benötigt man und ob man Obstbäume pflanzen möchte, die ja auch nochmal extra Platz benötigen. Für Balkone werden spezielle kompakte und klein bleibende Sorten empfohlen. Generell wichtig für das Pflanzenwachstum ist dort zudem die Ausrichtung (vorzugsweise Süd-Ost oder Süd-West), sowie die entsprechende Beschattung. Generell geht es aber viel um Gartengestaltung, die in einer maßstabsgetreuen Skizze konkludieren soll (hier habe ich mir übrigens auch meine Ideen zur Planung geholt). Miteinfließen sollen dabei:

    • Kulturdauer (wenige Tage bis mehrere Wochen von der Aussaat bis zur Ernte; hier sollte man sich immer an der längsten Kultur orientieren)
    • Mischkultur
    • und beim Balkon: auch hier spielt Kulturdauer und Nährstoffbedarf eine Rolle (deswegen wird beispielsweise von Kürbis abgeraten, dafür eher kleinwüchsige Sorten wie Tomaten und Co. empfohlen). Auch Platzsparen in Form von Pflanzregalen oder -taschen wird angesprochen sowie Hängeampeln.

    Es folgt eine kurze Übersicht über Erde und Gefäße. Der erste Teil schließt, wie auch die anderen Teile bzw. größeren Abschnitte, mit einem FAQ-Teil ab, der quasi nochmal den vorhergegangenen Inhalt zusammenfasst und spezifiziert.

    Im zweiten Teil „Gartenpraxis“ wird nun tief in die Praxis eingetaucht. Los geht es mit einer Übersicht über nützliche Geräte und Werkzeuge für das Gärtnern. Als nächstes werden die verschiedenen Gartenbodentypen erörtert und wie man sie ggf. verbessert. Auch wird der Säuregrad (von sauer bis alkalisch) angesprochen. Dem schließt sich ein Kapitel darüber an, wie man Kompost (zumindest im Garten) selber machen kann. Auch wichtig: Beete und Hoch- und Hügelbeete anlegen.

    In einem etwas größeren Unterkapitel geht es dann weiter mit der Auswahl von Pflanzen und Obstgewächsen, die auf je 2-4 Seiten beschrieben werden. Hierbei geht es u.a. um den Unterschied zwischen wurzelnackten Pflanzen und Ballenware. Es wird erläutert, was wichtig beim Kauf von Jungpflanzen ist:

    • gut durchwurzelt
    • 1-5 Laubblattpaare neben den Keimblättern
    • generell gesunde Blätter.

    Auch wird darauf eingegangen, was beim Saatgutkauf zu beachten ist.

    Die Anzucht wird sehr generell, aber nicht sortenspezifisch beschrieben. Ebenso die Direktaussaat, die sich aber eher auf Beete bezieht. Weitere Unterkapitel sind:

    • Vermehrung von Beerenobst
    • Bau und Vorteile von einem Frühbeet (Erntesaison verlängern und früher starten)
    • Gewächshaus, Folientunnel, Gärtnern unter Vlies und Folie (Vlies v.a. auch als Frostschutz)
    • Jungpflanzen sowie Beerenobst und Bäume in die Erde bringen.

    Dem Balkongärtnern werden nur zwei Seiten gewidmet. Hier liegt der Fokus auf den Gefäßgrößen, dem Wasserablauf, der Erde und dem jeweiligen Standort. Typisch Gartenbuch wird hier nur wenigen Pflanzen auf dem Balkon Erfolg zugetraut. Was nachvollziehbar ist, wenn man vom Garten her kennt, dass so gut wie alles geht. Dennoch wirkt es auf unsereins doch eher etwas demotivierend.

    Weiter geht es mit Pflegearbeiten, die im Garten anfallen: gießen, düngen, mulchen, Obstbäume und -sträucher schneiden.

    Ein etwas größerer Abschnitt ist dem „Winterfest machen“ gewidmet. Neben Tipps, wie man Beerensträucher überwintern kann, geht es auch um Gemüsesorten, die man im Winter beernten kann, wie beispielsweise Feldsalat, der frostunempfindlich ist. Auch gibt es einige Kohlarten, die Minusgrade zur Ausbildung ihres Aromas brauchen, wie z.B. der Grünkohl. Der Fokus liegt aber auch hier auf Gartenbeeten und wie man diese im Winter abdeckt (mit Vlies Reisig, Laub und Stroh). Bei Spalierobst ist zudem der Schutz vor der Wintersonne wichtig; mit Stroh oder Bastmatten kann man diese abdecken, damit die Rinde durch den ständigen Wechsel von Sonne und Frost nicht splittert, so dass keine Keime eindringen können oder der Baum gar zu früh austreibt. Dieses Mal wird sogar extra auf den Balkon eingegangen: Die Pflanzen sollten an die Hauswand gerückt werden und die Gefäße mit Jute, Strohmatten oder Noppenfolie umwickelt werden. Zusätzlich sollte man sie auf Bretter oder Styroporplatten stellen.

    Ein wichtiger Unterpunkt ist der Schutz von Pflanzen. Neben vorbeugende Maßnahmen wie der Kauf von kräftigen Pflanzen und resistenten Sorten, ist auch ein optimaler Standwort wichtig, an dem die Pflanzen nicht zu dicht gesetzt werden. Auch Mischkultur ist hier ein wichtiger Aspekt, regelmäßige Kontrollen natürlich auch. Selbstgemachte Brühen, Jauchen und Tees werden empfohlen, sowie das Spannen von Netzen.

    Es folgt eine mehrseitige Übersicht über Schädlinge mit Schadbildern und entsprechenden Behandlungsmöglichkeiten.

    Abschließend geht es noch um das Ernten: wann ist der richtige Zeitpunkt und wie erkennt man ihn (ein wichtiger Indikator: die Samentüte). Hierbei wird auf verschiedene Arten und Sorten eingegangen. Auch geht es um die richtige Lagerung und die Verwertung der Ernte in Form von Einkochen und Co.

    Es folgt der letzte große Teil: Portraits. Hier werden sehr ausführlich verschiedene Obst- und Gemüsesorten vorgestellt, wobei der Fokus wieder auf der Gartenkompatibilität liegt. Die einzelnen Kriterien, die jeweils beschrieben werden, sind: Pflanzenfamilie, Licht, Wasser, Anbauen, Boden, Pflegen, Ernten, Inhaltsstoffe, Sorten, Pflanzabstand, für Topf geeignet, Verwertung (lagerfähig, einfrieren, einmachen).

    Zum Schluss folgt noch ein Anhang, der einen Gartenjahrkalender beinhaltet, eine kleine Mischkulturtabelle und eine Seite mit Garteninfos, Verkaufsadressen und Literatur (wobei diese ausschließlich aus dem GU Verlag stammt). In der Umschlagklappe geht es noch kurz um Saatgutgewinnung, jedoch nur auf vier Sorten beschränkt. Die entsprechende App, die vorne in der Klappe beworben wird, scheint es aber nicht mehr zu geben.

    Fazit 3/5

    Hier trifft man auf geballtes Wissen – aber eher für den Garten. Obwohl auf dem Klappentext beworben, ist der Balkon immer eher im Hintergrund und es wird in den Leser:innen vielmehr die Sehnsucht nach einem Garten geweckt.

    Dafür punktet das Buch mit einem guten Allgemeinteil und Portraits. Falls man einen Garten anlegen will, ist dieses Buch definitiv eine gute erste Anlaufstelle. Für Balkongärtner:innen bietet dieses Buch eher Einblicke in allgemeine Vorgänge beim Gärtnern, die sich leider nicht alle eins zu eins auf das Balkongärtnern übertragen lassen.

    Das Layout ist okay, aber die dreispaltige Aufteilung wirkt manchmal etwas unruhig. Die einzelnen Abschnitte sind aber immer mit ansprechenden Bildern hinterlegt.

    Etwas irritierend ist, dass das Buch nicht nach Pflanzen, sondern nach Kategorien sortiert ist, also eher allgemein anstatt sortenspezifisch. Trotz der Unterteilung in Kapitel wirkt das Ganze manchmal etwas ungeordnet, was u.a. an den FAQs liegt, wo manchmal Fragen zu vorangegangenen Kapitel gestellt werden.

    Zusammenfassend lässt sich aber festhalten, dass dieses Buch ideal für Hobbygärtner:innen ist, die sich in das Thema Gärtnern erst mal hineinfinden wollen. Für Balkongärtner:innen ist es jedoch aufgrund des starken Fokus auf den Garten leider nicht geeignet.

  • Top 10 Dschungelkatzenbalkon-Kulturen

    Top 10 Dschungelkatzenbalkon-Kulturen


    Ihr fragt euch vielleicht, was die besten Kulturen für euren Balkongarten sind? Nun, das hängt natürlich von den jeweiligen Bedingungen bei auch ab. Nach inzwischen 6 Jahren Balkongärtnern kann ich euch aber meine Top 10 Kulturen vorstellen, die auf dem Dschungelkatzenbalkon gut gelingen.

    10) Kartoffeln

    Fangen wir mit einer Kultur an, die ich dieses Jahr zum ersten Mal angebaut habe, die mich aber ungemein überzeugt hat – Kartoffeln. Zugegeben, bei meiner Ernte waren viele kleine Kartoffeln dabei und womöglich hätten die Knollen noch länger in der Erde bleiben können (mehr Wasser hätte vermutlich auch nicht geschadet). Aber dennoch bin ich von meiner Ernte und vor allem vom Geschmack sehr begeistert. Definitiv lohnenswert.

    9)Basilikum

    Hierfür scheine ich wohl echt ein Händchen zu haben. Egal welche Sorte, die Anzucht gelingt mir jedes Mal. Und je nachdem in welchem Abstand ich die Setzlinge in größere Gefäße pikiere, desto buschiger wachsen sie. Einfach wunderschön.

    8) Paprika

    Bei der Paprika denke ich jedes Jahr, das wird nichts mehr. Aber dann legt sie doch überraschend los und zwar wie! Dieses Jahr ist mein absolutes Highlight – 6 Früchte an einer Pflanze! Hoffentlich reifen auch noch alle aus dieses Jahr.

    7) Tomate

    Die Tomate ist ein echter Balkongarten-Klassiker. Ich habe leider erst relativ spät angefangen, sie zu kultivieren, weil alle Bestandteile der Pflanze giftig für Katzen sind. Aber siehe da – die Tomate ist so ziemlich die einzige Pflanze, die nicht von den Dschungelkatzen angeknabbert wird. Liegt vermutlich am Geruch. Und die Sortenvielfalt ist einfach bombastisch. Ich probiere jedes Jahr 3 neue Sorten an.

    6) Heidelbeere

    Die Heidelbeere war eine der ersten Pflanzen, die ich mir damals noch in meiner alten Wohnung gekauft hatte. 6 Jahre lang hat sie mir viele Beeren, wunderschöne Herbstfärbung und einfach treue Dienste geleistet. Leider ist sie mir dieses Jahr eingegangen. Eine neue ist aber bereits auf dem Weg, denn die Heidelbeere möchte ich auf dem Dschungelkatzenbalkon nicht mehr missen!

    5) Mexikanische Minigurke

    Die mexikanische Minigurke habe ich letztes Jahr zum ersten Mal angebaut und war sofort begeistert: keimt zuverlässig, ist sehr unkompliziert (nicht so wie die „richtige“ Gurke) und der Ertrag kann sich sehen lassen. Und geschmacklich – einfach top. 🤌

    Zwei in einem: Ernte der mexikanischen Minigurke sowie der Stangenbohne

    4) Stangenbohne

    Als ich erstmals hörte, dass die Stangenbohne bis zu 3 Meter hoch werden kann, hielt ich das für ein Gerücht. Aber in meinem ersten Anbaujahr merkte ich schnell, dass die Stangenbohne wirklich immens ranken kann! Gott sei Dank haben wir das Katzennetz, wo sie entspannt ihrem Wachstumsdrang nachkommen kann. Dafür belohnt sie uns auch jährlich mit einer unglaublichen Ernte.

    3) Stachelbeere

    Auch die Stachelbeere habe ich seit meinem ersten Balkonjahr und sie trägt seither (bis auf 1-2 Ausnahmen vielleicht) zuverlässig jedes Jahr aufs Neue viele Früchte. Leider befallen sie auch seit letztem Jahr bis zu drei Mal in der Saison grüne Raupen und fressen sie kahl… Aber sie kämpft sich jedes Mal zurück! Ein sehr zuverlässiger Strauch.

    2) Chili

    Ich liebe Chilis; je schärfer, desto besser. Und sie sind so perfekt für Balkone geeignet: hitzeverträglich, gedeihen auch in kleinen Töpfen und werden von den Dschungelkatzen gemieden. Praktisch ist auch, dass man Chilipflanzen überwintern kann und sie im zweiten Jahr sogar noch mehr Früchte tragen. Hier habe ich bislang immer recht ansehnliche Ernten einfahren können. Auch hier probiere ich jedes Jahr neue Sorten aus.

    1) Tomatillo

    Aber mein absolutes Highlight, das ich erst dieses Jahr entdeckt habe, sind Tomatillos. Zugegeben, dadurch dass man auf jeden Fall zwei Exemplare braucht, da sie strenge Fremdbefruchter sind, muss man ihnen schon etwas Platz auf dem Balkon gewähren. Aber der Ertrag belohnt einen dafür absolut! Ich konnte von meinen zwei Pflanzen bislang 500g ernten – und es reifen immer noch letzte Früchte aus! Zusätzlich lieben sie Hitze und ich habe noch nie einen Schädling an ihnen gesehen; auch bei Wildbienen (insbesondere Hummeln!) sind sie sehr beliebt. Die absolut beste Kultur, die ich bislang angebaut habe, und die selbst gemachte Salsa erst– Pefektion!

  • Der Dschungelkatzenbalkon im August

    Der Dschungelkatzenbalkon im August

    Es sind die letzten warmen Tage im August und was gibt es schöneres, als mit einem Eiskaffee auf dem Dschungelkatzenbalkon zu sitzen und den Pflanzen beim Wachsen zuzuschauen?

    Wollt ihr wissen, was sich seit Juli getan hat? Dann kommt mit auf einen kleinen Rundgang auf dem Dschungelkatzenbalkon im August 2025.

    Der Blumenkasten auf der Bank neben mir beherbergt nunmehr lediglich zwei am 12.8. ausgesäte Rettiche Red Meat. Von den Spargelerbsen und Ringelblumen habe ich mich letztendlich doch getrennt.

    Die Physalis steht unverändert in ihrer Ecke.

    Verändert hat sich auch das Regal nebenan nicht großartig:

    • Unten: Die Mangomelone steht nunmehr alleine in dem Regal. Obwohl sie zu Beginn der Saison so schön gewachsen ist, bildet sie erst jetzt weibliche Blüten aus. Ob das noch was wird dieses Jahr? Mal schauen. Ihre Ranken haben auf jeden Fall schon das Katzennetz erreicht und wachsen jetzt daran hoch.
    • Mitte: Links steht nun meine Hängebrombeere Black Cascade. Anders als ihr Name verrät, hängen die Äste leider nicht wirklich, sondern stehen eher ab, wie ich finde. Da sie an ihrem vorherigen Platz auf dem Stuhl schon mehr als einmal einen Sonnenbrand abbekommen hat, habe ich sie nun an diesen etwas sonnengeschützteren Platz gestellt. Eine erste Beere konnte ich auch schon ernten.
      Der Butternut-Kürbis daneben legt so langsam auch mal los, aber leider hat er schon Mehltau bekommen. Auch hier bin ich eher skeptisch, ob das noch was wird dieses Jahr.
      Von der Luffagurke habe ich mich schweren Herzens getrennt. Sie hat dauernd nur zarte hellgrüne Blätter produziert und keine einzige Blüte.
    • Oben: Die Landgurke hat ihre erste und einzige Frucht – und stark Mehltau. Von dieser Sorte bin ich leider schon das zweite Jahr in Folge nicht begeistert, auch wenn sie geschmacklich top ist.
      Kürbis Golden Nugget schwächelt leider nach wie vor. Da ich nicht so gut an den Topf komme, konnte ich ihn bislang noch nicht entsorgen.
      Die bisherigen Früchte der Aubergine sind allesamt nicht reif geworden, auch nicht durch Nachreifen im Haus. Vielleicht wird ja die neue Frucht was, die sich neulich gebildet hat. *Daumen drück*
      Bei der Tomatenpaprika hat mich wohl die Blütenendfäule dieses Jahr erwischt. Die erste Frucht habe ich grün geerntet und hat trotz brauner Flecken (die ich natürlich rausgeschnitten habe) gut geschmeckt. Bei der anderen passiert leider seit Wochen auch nichts.
      Die gelbe Gurke rankt fleißig, hat aber bislang nur männliche Blüten angesetzt.
      Aber meine Paprika Chocobell hat sage und schreibe 6 Früchte dran! Hoffentlich schafft die Pflanze das und ich kann dieses Jahr (wenn auch recht spät) reiche Ernte einfahren.

    Bei der Penischili sterben leider permanent alle Blütenansätze ab. Irgendetwas gefällt der Pflanze so gar nicht. Eine meiner anderen hoffnungslosen Chili-Fälle hat aber endlich Früchte ausgebildet. „Leider“ ist es die Lila Luzi, von der ich schon ein sehr ergiebiges Exemplar habe.

    Von der Zinnie hingegen bin ich positiv überrascht! Obwohl ich im letzten Post meinte, es hat nur eine überlebt, bildet diese fleißig immer neue Knospen und Blüten. Echt eine wunderschöne Blume!

    Auch die Sonnenblume(n) direkt daneben sind endlich aufgegangen und mindestens genauso schön wie die Zinnien.

    Aber der absolute Hit dieses Jahr sind die Tomatillos! Schaut mal, wie viel ich schon ernten konnte – und beide Pflanzen hängen noch immer voll mit Früchten! Das hat sich echt gelohnt dieses Jahr.

    250g!!

    Nachdem ich nun doch noch die gekauften Mädchenaugen gekillt habe, steht unterhalb der Tomatillos im Metallregal derzeit die Pepino, bei der sich nach wie vor noch nichts getan hat.

    Meine beiden Tomaten auf der Brüstung und dem Tisch sind okay so weit, auch wenn ich bislang leider nicht viel ernten konnte. Die Früchte sind aber wunderschön und schmecken ausgezeichnet – vor allem die Green Zebra kann ich nur empfehlen!

    Den Grünkohl auf dem Tisch habe ich inzwischen dreigeteilt: Einer steht nach wie vor bei den Tomaten, einer auf dem Stuhl (mit zwei neugezogenen Speisechrysanthemen) und einer neben dem Stuhl. Die Sonneneinstrahlung und Erdzusammensetzung ist jeweils anders (ich habe spaßeshalber mal „aktive Erde“ gekauft), von daher bin ich gespannt, was sich wie entwickelt. Auf dem Tisch steht noch mein Balkonkasten mit Ysop und Ringelblumen, aber auch die schwächeln etwas. Des Weiteren stehen hier noch meine Anzuchten vom 12.8.: Pak Choi, Feldsalat, Ringelblumen, Kornblumen, Kopfsalat Pirat und Speisechrysanthemen. Leider spargeln einige schon wieder…

    Auf dem Stuhl stehen nun zwei Chilis (Lila Luzi und Fish Pepper), Borretsch und der oben erwähnte Grünkohl.

    Den Sack darunter habe ich aufgelöst – dachte ich zumindest, aber es schaut ein grüner Halm raus. Ich vermute mal, dass es eine Kartoffel ist…? Ansonsten wächst hier meine Lucy. 🙂

    Und dann ist mir ja leider ein kleines Missgeschick passiert: Als ich neulich etwas umdekoriert habe auf dem Dschungelkatzenbalkon, hatte ich mich versehentlich so weit über die Stuhllehne gelehnt, dass ich einen Haupttrieb der Snackpaprika abgebrochen habe. Da habe ich mich schon sehr geärgert. Noch mehr geärgert habe ich mich aber, als ich die Paprikapflanze fürs Recyclen kleinschneiden wollte und feststellen musste, dass es noch einen zweiten Haupttrieb gab. 🤦‍♀️ Hätte ich das rechtzeitig gesehen, hätte ich die Paprika vielleicht noch retten können. Gnargh… Naja, der Wermutstropfen ist immerhin, dass ich trotz vieler Blüten bislang nur eine Frucht ernten konnte – und die hat noch nicht mal geschmeckt.

    Vor dem Stuhl steht nun provisorisch ein Brokkoli, den ich am 17.7. gesät und am 27.8. in den jetzigen Pflanzsack pikiert habe. Hier will ich noch ein paar Blumen aus meiner Anzuchtplatte einsetzen, wenn sie etwas größer geworden sind.

    Meine Kartoffeln habe ich neulich geerntet (Beitrag folgt!) und anstelle des Turms stehen hier nun meine Zucchini Boldenice (mit starkem Mehltau aber einer Frucht), darunter der andere Brokkoli sowie meine neue Luffagurke (in der offenbar Ameisen wohnen). Sie wächst deutlich gesünder als die, die ich entsorgt habe, hat aber dennoch bislang keine Blüten.

    Die Heidel- und Johannisbeere daneben haben inzwischen gänzlich ihren Geist aufgegeben. Sobald ich da rankomme, werde ich beide entsorgen und mir im Herbst neue besorgen.

    Im übrig gebliebenen Kartoffelturm ist die Energie so langsam aus der Erde raus; eine Etage habe ich schon ganz aufgelöst.

    Von unten nach oben wächst hier derzeit:

    • nichts
    • 1 Mangold
    • Katzenminze, Steinpilzthymian, RIP Sonnenblume
    • 2x Tagetes, Buschbohne ohne Blüten
    • Tagetes, RIP Sonnenblume
    • 2x Basilikum, schwacher Salat
    • Salat, Schnittknoblauch, Reste Dill

    Die gelbe Zucchini in meinem großen Kasten kämpft so tapfer gegen den Mehltau… grade hat sie die zweite wunderschöne Frucht in Produktion. Das erste Jahr, in dem ich endlich mal mehr als nur eine Zucchini ernte (die sog. Zucchinischwemme habe ich leider noch nie erlebt). Im Kasten steht noch meine neugesäte Snackgurke, aber die kommt trotz erster männlicher Blüte leider gar nicht gegen den Mehltau an… Der Erdbeermais, der hier zuvor stand, hat es leider nicht geschafft.

    Meine Stachelbeere sowie die beiden Rosen daneben sind unveränderlich, wobei ich den Erdbeerableger nun entfernt und in einen separaten Topf gepflanzt habe. Sie steht nun neben meiner Lavendel-Anzucht im Pfirsichtopf. Die Ringelblumen im Topf darunter stagnieren leider.

    Nachdem meine Stabtomate jetzt wochenlang mit Nährstoffmangel zu kämpfen hatte, bezweifle ich, dass die Früchte jeweils schwarz werden – wenn das denn überhaupt die richtigen Samen in der Tüte waren, denn die Früchte sind auch deutlich kleiner als beschrieben. Ich pflücke sie jetzt nach und nach und verwende sie in der Küche; lecker sind sie allemale.

    Im Balkonkasten im Tomatentopf versuche ich mein Glück nochmal mit Radieschen.

    Meine türkische Spitzpraprika hat bereits einige Früchte produziert. Während die ersten noch braune, gammlige Stellen hatte, war das letzte Exemplar perfekt.

    Im Hochregal wachsen jetzt nur noch meine Erdbeeren sowie das Johannisbeersalbei, der zuletzt auf dem Tisch stand. Hier muss ich mal überlegen, das Regel nächstes Jahr woanders zu platzieren. Die mexikanische Minigurke hatte ein paar Früchte produziert, aber auch sie fühlt sich dieses Jahr irgendwie nicht so wohl und stirbt so langsam ab.

    Zuletzt stehen vor der Balkontür noch neugekaufte Minze, Rosmarin, Oregano und Salbei.

    Ich merke wieder, dass ich den Dschungelkatzenbalkon auch dieses Jahr viel zu dicht bepflanzt habe. Obwohl ich schon einiges ernten konnte, wäre da sicherlich mehr drin gewesen, hätte ich mich etwas reduziert und mehr Platz zwischen den Pflanzen geschaffen.

    Aber naja, wie ich neulich so schön in einem YouTube-Video gehört habe: Wenn sie Sommergemüse nicht geklappt haben, beginnt jetzt die Saision der Herbstgemüse. Drückt mir die Daumen, dass hier endlich der Traum von der großen Ernte aufgeht!

  • Rezension: „Gemüse ernten ohne Gießen. Trockenheitstolerante Pflanzen auswählen, den Boden schützen und Wasser sinnvoll nutzen. Gärtnern mit dem Klimawandel“

    Rezension: „Gemüse ernten ohne Gießen. Trockenheitstolerante Pflanzen auswählen, den Boden schützen und Wasser sinnvoll nutzen. Gärtnern mit dem Klimawandel“

    Dieser Titel behandelt ein wichtiges Thema: Klimawandel. Wir alle spüren seine Auswirkungen.

    Die Autorin von „Gemüse ernten ohne Gießen“ berichtet hier von ihren persönlichen Erfahrungen, was sich für sie geändert hat und was sich womöglich noch ändern könnte.

    Titel: Gemüse ernten ohne Gießen. Trockenheitstolerante Pflanzen auswählen, den Boden schützen und Wasser sinnvoll nutzen. Gärtnern mit dem Klimawandel
    Autorin: Christine Weidenweber
    ISBN: 978-3-8186-1107-1
    Verlag: ‎Verlag Eugen Ulmer
    Seitenzahl: 128
    Erscheinungsdatum: 17.06.2021

    Bereits in der Einleitung macht sie klar, dass sie den Klimawandel nicht nur als Gefahr, sondern auch als Chance sieht. Als positive Aspekte nennt sie dabei beispielsweise die längere Gartensaison oder die neuen Sorten, die man nun anbauen kann. Und kann man womöglich bald auch exotisches Gemüse ohne Gewächshaus in unseren Breitengraden anbauen? All das sind Themen, die sie in diesem Buch behandeln möchte.

    Eines der zentralen Themen ist dabei die Umwelt und wie man mit seinem Garten umweltbewusst wirtschaften kann: Sei es durch das Verwenden von torffreier Erde, das Selbstherstellen von Dünger anstatt der Verwendung von synthetischen Pflanzenschutzmitteln aus dem Handel, die Erhaltung alter Sorten (welche aufgrund neuer ertragreicherer Züchtungen über die Jahre immer mehr in Vergessenheit geraten sind), oder allein die Tatsache, dass man seine Lebensmittel selber anbaut anstatt einkaufen zu gehen (was Transportwege minimiert und Verpackungsmaterial spart).

    Um den Klimawandel überhaupt erst zu verstehen, gibt die Autorin einen kurzen Überblick über dessen Entstehung sowie über etwaige Auswirkungen wie der Rückgang der Artenvielfalt und die Ausbreitung nicht heimischer Arten. Gleichzeitig gibt sie Tipps, worauf man im eigenen Garten deswegen achten sollte:

    • ein humusreicher, gemulchter Boden zur Wasserspeicherung
    • tiefwurzelnde Pflanzen, die im Garten an tiefer liegendes Wasser kommen
    • zwischen Pflanzen hacken
    • Beete nie leer lassen.

    Interessant ist hier der Hinweis, dass manches Gemüse auf dem Balkon angebaut werden sollte bzw. kann, da man dort die Kultur besser beobachten und beeinflussen kann. Ist der Klimawandel also gut für uns Balkongärtner:innen?

    Es folgen nun kurze Berichte, was erfahrungsgemäß bei der Autorin gut und was schlecht läuft, in Bezug auf Schädlinge und andere Faktoren.

    Ein zentrales Thema ist die Erde und wie der Boden das Klima beeinflusst. Zum einen speichert er Kohlenstoff je humoser er ist, womit er der zweitgrößte Treibhausgasspeicher nach den Ozeanen ist. Die selbe Rolle übernehmen auch Moore: Kohlenstoffhaltige organische Stoffe werden aufgrund des niedrigen Sauerstoffgehalts des Wassers nur sehr langsam abgebaut. Werden sie trockengelegt, zersetzen sie sich hingegen sehr schnell und Kohlendioxid entweicht in die Atmosphäre. Daneben speichert der Boden aber auch Wärme und helle Oberflächen wie Gletscher reflektieren sogar Sonnenstrahlen, um die Erde dadurch kühler zu halten.

    Das Klima beeinflusst aber auch wiederum den Boden: Er erwärmt sich zusehends, er trocknet schneller aus und es erfolgt Erosion durch zu viel Niederschlag. Letzteres kann aber verhindert werden, indem man den Boden nie ungeschützt lässt, z.B. durch Mulch oder durchgehende Bepflanzung. Es wird an dieser Stelle nochmals auf die Wichtigkeit eines humosen Bodens eingegangen und wie man diesen im eigenen Garten kultivieren kann. Hierzu wird die Funktionsweise von Kompost erklärt und wie man mit ihm u.a. den Boden verbessern kann. Generell ist Bodenpflege ein wichtiges Thema und dazu gehört auch, dass man nicht umgraben sollte, da dadurch die Erdschichten vermischt werden und das für die Entstehung eines humosen Bodens kontraproduktiv ist. Ebenso ist Fruchtfolge und Gründüngung essentiell (Gründüngung = Pflanzen, die den Boden nicht auslaugen, sondern ihm Gutes tun; zudem bedecken sie den Boden und schützen ihn gegen Erosion, lockern und durchlüften tiefere Bodenschichten und aktivieren Bodenorganismen).

    Nicht nur, wie der Garten liegt, wie die Bodenbeschaffenheit und wie die Lichtverhältnisse sind, bestimmt über die Gemüseauswahl im eigenen Garten, auch der Klimawandel bestimmt mit.

    Alte Sorten werden mehr und mehr zurückgebracht oder auch neu gezüchtete Sorten speziell für den Klimawandel werden auf den Markt gebracht. Erwähnung findet hier aber auch dauerhaftes Gemüse, sog. Permaveggies (z.B. Spargel, Rhabarber, Bärlauch, Meerrettich. Hierzu gehören auch Stauden, die sich über viele Jahre an ihrem Standort etablieren und auf diese Weise mit Trockenheit, Starkregen und Frösten gut klarkommen. Im Gegensatz zu einjährigem Gemüse erntet man sie nie ganz und somit ist auch immer der Boden bedeckt).

    Es folgt eine vierseitige Übersicht, was die Autorin wann und wie anbaut, aber ohne Sortennennungen, sondern nur mit allgemeinen praktischen Tipps für diese Pflanzenart. Erst auf den Folgeseiten wird diese Übersicht etwas ausführlicher erläutert, in Bezug auf persönliche Erfahrungen, Anwendung, Pflanzung, Sorten und wie gut sie jeweils mit dem Klimawandel zurecht kommen (z.B. Wurzelgemüse generell gut). Hierbei werden durchaus interessante und unbekannte Sorten vorgestellt, wie der Ewige Kohl oder Baumspinat. Auch wird auf Wildgemüse aka „Un- oder Beikraut“ eingegangen, das ebenfalls essbar und zusätzlich super robust ist, da es sich selber ohne jedwede Hilfe an seine Umgebung anpassen muss.

    Ein letzter größerer Abschnitt widmet sich dem Thema Wasser und wie man es im Garten sparen kann, sei es durch trockenheitstolerantes Gemüse, humoser Boden, mulchen oder Regenwasser sammeln. Da Wasser zudem Wärme speichert und durch Energieentzug für etwas Kühle in der Nähe sorgt (ebenso wie Verdunstung), rät die Autorin auch zu einem Teich. Wasser spart man aber auch durch nachhaltige Materialien beim Kauf von Gartenzubehör und Co.

    Generell ist es wichtig, den Wasserbedarf einer Pflanze zu kennen. Kurz wird auch auf verschiedene Bewässerungssysteme eingegangen und es gibt eine Anleitung zum Selberbasteln von Ollas.

    Das Kapitel Schädlinge legt den Fokus eher auf vorbeugende Maßnahmen (robuste Sorten wählen, Mischkultur) und abwarten (z.B. auf natürliche Fressfeinde wie Marienkäfer setzen). Ansonsten wird der Einsatz von Hausmitteln und selbst hergestellten Jauchen und Brühen empfohlen. Ganz gemäß des Grundsatzes des naturnahen Gärtnerns: ökologisch und ohne synthetische Pflanzenschutzmittel, Platz und Nahrung im Garten für Nützlinge schaffen und in Mischkultur anbauen. Generell ist der Schädlingsteil aber eher kurz und allgemein gehalten.

    Zum Abschluss geht es noch kurz um Permakultur und was man davon im eigenen Garten anwenden kann, z.B. Hühnerhaltung.

    Die Literaturempfehlung am Ende wird mit jeweils 1-2 Sätzen vorgestellt, was ich sehr gut finde, da man somit auch weiß, worum es bei den Büchern geht. Dann folgt noch eine Seite mit Internetseiten, Bezugsquellen und ein Register.

    Fazit: 2½/5

    So wichtig dieses Thema ist, so beschränkt sich die Autorin doch nur auf den Garten. Die Balkongärtner:innen nehmen hier eher wenige Ratschläge mit. Auch ist der Titel etwas irreführend, da man trotzdem gießen muss (auch wenn der sehr lange Untertitel das vielleicht etwas spezifiziert). Das wirkt ein kleines bisschen reißerisch (bei Videos würde man es „Clickbait“ nennen).

    An vielen Stellen ist das Buch sehr allgemein und gleicht eher einem Erfahrungsbericht als einem Ratgeber. Selbst in den Portraits der einzelnen Obst- und Gemüsesorten bleibt das Flair des Hobbygärtners erhalten, der hier aus seinem Tagebuch vorliest, dabei aber nicht weiter in die Tiefe geht. Positiv sticht heraus, dass zwischendrin immer wieder interessante Neuheiten („Specials“) wie das Kraterbeet, Terra Preta oder der „Phänologische Kalender“ beschrieben werden.

    Mein größtes Problem ist aber, dass das Buch sehr durcheinander und ohne ersichtlichen roten Faden ist. In den einleitenden Kapiteln wird eigentlich schon alles gesagt, nur um es in den weiteren Kapiteln nochmals und nochmals aufzugreifen. Dabei wird vieles an unterschiedlichen Stellen wiederholt, z.B. wie wichtig es ist, dass der Boden nie leer ist. Auch beim Schreiben dieser Rezension musste ich meine Notizen erst einmal sortieren und in eine (halbwegs) nachvollziehbare Ordnung bringen.

    Auch hat das Buch nicht die beste Aufmachung (denn sie ist genauso durcheinander wie der Inhalt), wie ich finde und 1-2 Rechtschreibfehler habe ich beim Lesen auch entdeckt.

    Wer sich schon immer mal gefragt hat, wie andere Hobbygärtner:innen mit dem wechselnden Klima umgehen, ist hier durchaus gut aufgehoben. Wer aber lieber handfeste Ratschläge für das Gärtnern im Klimawandel hätte, sollte lieber nach anderen Büchern Ausschau halten.

  • Top 10 Balkongärtnern mit Katzen

    Top 10 Balkongärtnern mit Katzen

    Wie ist balkongärtnern mit Katzen, fragt ihr euch vielleicht? Nun, hier ist die Top 10 meiner Highlights, die ich mit den Dschungelkatzen schon erlebt habe. Ich bin mir sicher, der eine oder andere von euch erkennt sich hier wieder.

    10) Die Katze liebt Sonnenbaden

    Egal wo, egal wie ungewöhnlich – Katzen liegen liebend gerne in der Sonne. Da geht die Dschungelkatze auch gerne die Extrameile. Sei es auf einer bequemen Bank oder einem harten Tisch – solange die Sonne scheint, kann man sicher sein, dass man dort auf eine Dschungelkatze trifft.

    9) Die Katze hat gerne alles im Blick

    Katzen sind Raubtiere, die gerne ihre Umgebung überblicken. Sie lieben erhöhte Plätze, wo ihnen auch nichts entgeht, seien es Vögel, Insekten oder jedwede andere suspekte Bewegung.

    8) Die Katze will immer dabei sein

    Sobald man etwas Spannendes im Revier verändert, muss Detektei DschungelkatzenTM natürlich sofort ermitteln, ob das auch alles mit rechten Dingen zugeht. Dem kritischen Blick entgeht dabei nichts.

    7) Die Katze liegt gerne passgenau

    Das Motto einer jeden Katze? If It Fits, I Sits. Auch auf dem Dschungelkatzenbalkon gibt es zahllose Möglichkeiten, wo Katzen ihren biegsamen Körper passgenau einfügen können.

    6) Die Katze jagt gerne

    Die Katze jagt bei Nacht (oder eher Dämmerung), weswegen es schwer ist, dies auf Kamera festzuhalten. Man hört es nur verheißungsvoll rascheln im Dunkeln und dann Bumm – im Eifer des Gefechts schmeißt eine Dschungelkatze einen Topf um, um an ihre Beute zu gelangen. Nichts hält sie dabei auf.

    5) Die Katze spielt gerne

    Sei es ein Ast im Wind oder eine Katzenangel – die Dschungelkatze macht da keine Unterschiede. Und was gibt es besseres, als draußen an der frischen Luft zu sein, sich den Wind um das Stupsnäschen wehen zu lassen und spielerisch nach dieser Verlockung zu greifen?

    4) Die Katze knabbert gerne

    Potentiell alles, was grün ist, ist im Auge der Dschungelkatzen essbar; wie sollte es auch anders im Paradies sein. Dabei ist es egal, ob es in der Theorie ungenießbar ist. Wer hat überhaupt behauptet, dass Katzen keinen Rosmarin mögen?

    3) Die Katze versteckt sich gerne

    Ich möchte ein kleines Wimmelbild mit euch spielen: Wer kann alle Dschungelkatzen finden?

    2) Die Katze kommt überall hin

    Den Balkon katzensicher machen? Haha, der Witz war gut! Egal wie hoch, egal wie eng, egal wie zugestellt – wo ein Wille, da eine Dschungelkatze.

    1) Die Katze mag (nasse) Erde

    Aber das schönste am Balkongärtnern mit Katzen ist einfach die Tatsache, dass Katzen Erde lieben. Sei es zum drin liegen, zum spielen, oder, in Lillys Fall, zum Verrichten ihres Geschäfts…

  • Der Dschungelkatzenbalkon im Juli

    Der Dschungelkatzenbalkon im Juli


    Ich sitze grade bei angenehmen 26°C auf dem Dschungelkatzenbalkon und betrachte zufrieden den Dschungel, der sich mal wieder auf meinen 6m² entwickelt hat. Wollt ihr wissen, was sich seit Juni getan hat? Dann kommt mit auf einen kleinen Rundgang auf dem Dschungelkatzenbalkon im Juli 2025.

    Wie ihr schon gleich auf dem ersten Foto erkennen könnt, steht der Balkonkasten mit meinen Spargelerbsen nicht mehr im Regal, sondern (notgedrungen) auf der Bank, auf der ich auch grade sitze. Grund war das fehlende Sonnenlicht im Regal, dazu gleich mehr. Leider hat sich hier nicht viel getan; lediglich die Ringelblumen, die ich dazwischen gepflanzt habe, wachsen etwas. Der Kasten wechselt manchmal auf die Katzentonne, wenn ich mehr Platz brauche (und natürlich auch nur, wenn grade keine Dschungelkatze zugegen ist. 😉)

    Meine Physalis hat nach wie vor keine Blüten gebildet und wird das vermutlich auch nicht mehr tun. Schade. Ich werde dennoch im Herbst versuchen, 1–2 Stecklinge zu schneiden und sie dieses Mal an unserem Kellerfenster überwintern.

    In dem Ständer daneben seht ihr – nichts, bzw. meine Neuaussaaten von Lavendel, Sonnenblume und Brokkoli. Die Möhren, die da zuletzt standen, haben sich leider so gar nicht entwickelt, weswegen ich den Topf schweren Herzens aufgelöst habe.

    Der Borretsch steht inzwischen auf dem Tisch.

    Im Regal sieht es nun wie folgt aus:

    • unten: Mangomelone (rankt endlich wie gewünscht nach oben) und Flügelbohne (den hier zuvor stehenden Topf mit Flügelbohne und Kamille musste ich ebenfalls komplett auflösen; die jetzt wachsenden Bohnen habe ich am 2.6. nochmal neu im Haus vorgezogen. Die Beleuchtung ist hier leider immer noch nicht optimal, weswegen ich versuche, mit der Alufolie etwas abzuhelfen)
    • Mitte: Butternut-Kürbis (leider noch nicht viel gewachsen seit letztem Mal) und Luffagurke (leider ebenfalls noch sehr schwach); im Topf dahinter befinden sich meine tote Kornblume und Buschbohne (Bohnen laufen dieses Jahr leider gar nicht gut bei mir). Auch meine Einlegegurke ist mir leider dahingeschieden
    • Oben: Landgurke (rankt stark, sogar über das Rankgerüst hinaus; seit heute hat sie auch ihre erste Blüte), Kürbis Golden Nugget (am 25.5. nochmal neu ausgesät, hat meine Zucchini Boldenice ersetzt, die mir leider ebenfalls eingegangen ist), Aubergine (werden leider nicht so ganz reif; habe nun eine versuchsweise zum Nachreifen ins Haus gelegt), Tomatenpaprika (mit ersten Fruchtansätzen!), Gelbe Gurke (habe ich am 25.5. zum dritten Mal ausgesät, nachdem sie mir beim ersten Mal von Lilly weggefressen wurde und beim zweiten Mal gar nicht erst aufging; sie wächst hier erstaunlich gut), Paprika Chocobell (hat sich richtig gut entwickelt und bildet die ersten Blüten aus)

    Auf der Brüstung geht es weiter mit meinen Chilis, die nach wie vor sehr schwach sind; keine Blütenansätze bisher. Wenigstens die dazugekaufte Penischili bildet erste Blüten.

    Im Kasten dahinter hat sage und schreibe eine Zinnie überlebt, die auch grade in Blüte steht. Sieht sie nicht schön aus? Auch die Sonnenblumen daneben dürften bald anfangen zu blühen.

    Aber schaut euch nur mal meine zwei Tomatillos davor an! Sie sind so schön am Blühen und werden dauernd von Insekten umschwärmt (unsere Balkonhummel ist natürlich auch mit am Start 😎). 10 Lampions habe ich heute insgesamt gezählt.

    Na, wie viele Lampions zählt ihr?

    Direkt darunter stehen nun meine gekauften Mädchenaugen – beinahe fast so tot wie die Sonnenblume, die zuvor dort stand Mit gekauften Blumen komme ich irgendwie nicht so ganz zurecht… Auch mein Ananassalbei hat das Zeitliche gesegnet (hier habe ich aber einen Ableger geschnitten und hoffe, den Salbei so nachziehen zu können), sowie mein Katzengamander und -minze. Schade, aber da kam nun wirklich gar keine Sonne hin.

    Auf dem Tisch bzw. teils auf der Brüstung stehen nach wie vor meine zwei Tomaten. Neu hinzugekommen ist Grünkohl (leider etwas vergeilt; mal schauen, ob ich das noch retten kann oder ob ich die nochmal neu aussäe), neu gekauftes Johannisbeersalbei und neu ausgesäter Rettich (der andere auf dem Boden ist leider ebenfalls nichts geworden; auch hier habe ich nun eine zweite Aussaat probiert).

    Der Wasabino, der hier ebenfalls stand, ist in Blüte gegangen und hier habe ich erstmals eigenes Saatgut genommen. Den Sack habe ich aufgelöst und die Erde zur Wiederverwertung in eine Kiste gesiebt. (Die Plastiksäcke haben sich leider generell nicht rentiert; sie haben sich viel zu sehr erhitzt und die Feuchtigkeit super schnell verdunsten lassen. Die nehme ich nicht mehr.)

    Unter dem Stuhl ist mein Ersatz-Blumenkohl leider den Raupen des Kohlweißlings zum Opfer gefallen; auch die Kartoffeln daneben sind leider nicht gewachsen. Davor habe ich nochmal Ringelblumen und Ysop neu ausgesät. Am Stuhl selber hängt nur noch meine Snackpaprika (RIP Lavendel), die so langsam auch ihre ersten Blüten bildet.

    Mein Kartoffelturm mit der Blue Congo wächst weiterhin sehr gut. Den Turm daneben habe ich in der Zwischenzeit aber etwas umgepflanzt. Hier wächst nun, von unten nach oben:

    • traurige Katzenminze und nicht blühende Zinnien
    • traurige Kapuzinerkresse, Mangold
    • 1 von 2 überlebender Steinpilzthymian, Katzenminze
    • 2x Tagetes, Borlottibohnen (Kartoffeln habe ich geerntet – hierzu folgt noch ein eigener Blogbeitrag)
    • 2x Tagetes, Borlottibohnen
    • 2x Basilikum, Stangen- und Buschbohnen (alle Bohnen bis auf die Stangenbohnen habe ich neu am 11.7. gesät)
    • Dill (in Blüte), Schnittknoblauch, Bataviasalat (neu am 11.7. gesät)

    Auf dem Boden nach wie vor meine drei Beerensträucher, wobei die Heidelbeere dieses Jahr leider gar nicht ausgetrieben hat. Vielleicht werde ich sie nächste Saison austauschen müssen. Was ich aber nächstes Jahr auf jeden Fall austauschen werde, ist meine Johannisbeere. Sie trägt das zweite Jahr in Folge nur eine Rispe und ist, wie meine Stachelbeere, Dauerherberge der grünen Raupen unbekannten Ursprungs (s. Juni-Post).

    In meinem großen Kasten sind die Erbsen raus; hier wächst jetzt meine gelbe Zucchini (die doch ganz gut kommt, wenn man bedenkt, wie schwach sie anfangs war) sowie mein Erdbeermais. Auch meine zwei Rosen stehen noch und die Große hat bereits fleißig geblüht. Die andere leider noch nicht, aber vielleicht liegt das an dem Erdbeerableger im Topf? Zumindest ist eine Hagebutte dran.

    Meine Stabtomate Back Beauty (nicht Black Cherry, wie ich sie das letzte Mal fälschlicherweise bezeichnet habe), produziert weiter fleißig Früchte, die sich so langsam auch rot färben (jedoch sehen meine Früchte anders aus als auf der Samentüte 🤔).

    Unter meinem Pfirsich stehen nun nicht mehr die Schalotten (die leider total vergammelt waren, keine Ahnung wieso), sondern zwei Ringelblumen (und ich versuche hier den Erdbeerableger hineinzuleiten, nachdem Lilly die untere Ebene des Hochbeets ja konsequent als Katzenklo benutzt, seufz).

    Die gammligen Schalotten. Und immer mit dabei: Lucy.

    Im Pfirsich selber stehen meine drei Notanzuchten Zucchini Boldenice, Einlegegurke und Luffagurke (wahrscheinlich viel zu spät, aber vielleicht wird es ja noch was). Meine türkische Spitzpaprika daneben bekommt nun auch ihre ersten Fruchtansätze.

    Mein Hochregal hingegen sieht sehr traurig aus… Im unteren Fach wächst nur noch halbherzig ein bisschen Basilikum; die Erdbeeren sind bereits alle abgeerntet (und die erneut dazu gepflanzten Ringelblumen wollen wieder nicht wachsen); die Minze habe ich bereits zum dritten Mal in Folge gekillt (hier sollte ich so langsam mal den Standort wechseln); meine Petersilie, Schnittlauch und Schnittknoblauch sind unverändert, lediglich der Kohlrabi wurde von Raupen des Kohlweißlings dezimiert; und die oberste Etage ist komplett tot.

    Die Pepino hat leider keine Früchte gebildet; die vorhandenen Blüten haben sich auch gar nicht erst richtig entwickelt. Nächstes Mal lasse ich das glaube ich mal mit der Pepino; das ist schon das zweite Jahr in Folge, dass die nicht auf dem Dschungelkatzenbalkon wachsen will. Dafür wächst meine mexikanische Minigurke ambitioniert gleich in zwei Richtungen.

    Letzten Monat stand neben dem Hochbeet noch ein Blumenkohl und ein Rettich; letzterer steht nun, wie bereits erwähnt, mit neuer Aussaat vor dem anderen Regal und ersterer wurde ebenfalls vom Kohlweißling vernichtet. Eingeklemmt auf der unteren Ebene steht noch ein Topf mit einer bunten Mischung aus Tagetes, Ringelblume, Radieschen, Kohlrabi und rote Bete, aber das ist leider ein totaler Reinfall geworden. Nur eine Pflanze ist aufgegangen und ich weiß leider nicht mal mehr welche 🙈.

    Wie ihr sehr, herrscht ein reges Treiben auf dem Dschungelkatzenbalkon – und längst nicht alles läuft so wie geplant (oder eher gewünscht). Aber mal schauen, die Saison dauert ja noch ein bisschen an.

    Wie läuft es bei euch diesen Juli?

  • Rezension „Ernteglück auch ohne Garten. Gemüse geht überall!“

    Rezension „Ernteglück auch ohne Garten. Gemüse geht überall!“

    Ihr fragt euch vielleicht, woher ich meine Infos über das Balkongärtnern beziehe? Ganz einfach: aus Gartenbüchern. Ich liebe lesen und ich liebe gärtnern – was gibt es also besseres für mich, als Gartenbücher?

    Und da ich immer auf der Suche nach neuen Büchern bin, dachte ich mir, es ist eine gute Idee, meinen Blog auch hierfür zu nutzen. Denn bestimmt findet sich unter euch auch der eine oder andere, der immer die Augen nach guten (Garten)Büchern offen hält.

    Titel: Ernteglück auch
    ohne Garten. Gemüse geht überall!
    Autor:innen: Dorothea Baumjohann, Michael Breckwoldt
    ISBN: 978-3-8338-7354-6
    Verlag: Gräfe und Unzer Verlag Gmb
    Seitenzahl: 14
    Erscheinungsdatum: 01.04.2020

    Beginnen wir diese neue Rubrik mit einem Buch, das sich genau mit dem beschäftigt, was viele uns beschäftigt: Gärtnern auf kleinstem Raum.

    Der Klappentext von „Ernteglück auch ohne Garten“ klingt vielversprechend, denn in diesem Buch geht es um Selbstversorgung ohne Garten. Stattdessen stehen Balkon, Terrasse und Hinterhof im Fokus. Die Herangehensweise: Ideen wurden aus dem Internet gesammelt und werden nun von den beiden Selbstversorger-Experten Dorothea Baumjohann und Michael Breckwoldt auf die Probe gestellt.

    Das Buch mit den Grundlagen des Gärtnerns.

    Zunächst geht es generell um die individuellen Ansprüche von Pflanzen. Bei vielen lässt sich vom natürlichen Lebensraum bereits auf ihre Bedürfnisse schließen. So wächst beispielsweise Bärlauch beschattet im Wald, Rosmarin hingegen in kargen Gebieten ohne viele Nährstoffe, aber mit viel Licht. Auch ihr Aussehen ist dahingehend angepasst. Pflanzen aus sonnigen Gegenden haben oftmals eine Wachsschicht auf den Blättern oder kleine Blätter (z.B. Rosmarin). Schattige Gesellen hingegen haben oftmals große saftig grüne Blätter, so wie Blattsalat. Die Evolution hat Pflanzen über Jahre hinweg also optimal an ihre Umgebung angepasst, bis die Züchtungen der Menschen ins Spiel kamen, die viele Obst- und Gemüsesorten speziell für den breiten Markt angepasst haben. Zum Beispiel kennen wir heutzutage nur noch die orangene Möhre aus dem Supermarkt, aber nicht mehr violette, weiße und gelbe.

    Im Anschluss wird auf den Unterschied zwischen dem Gärtnern im Garten und Gärtnern im Topf eingegangen. Gartenböden reichen tief ins Erdreich, wohingegen in Töpfen der Platz begrenzt ist und so schnell beispielsweise Staunässe auftreten kann. Deswegen ist es auch so wichtig, dass man für das Balkongärtnern keine Muttererde, sondern spezielle Erde verwendet.

    Diesem Abriss folgt eine Übersicht über die verschiedenen im Handel erhältlichen Erden und wofür sie gebraucht werden (wie nährstoffarme Kräuter- und Anzuchterde, die, wie ihr Name schon verrät, für Kräuter und Aussaaten geeignet ist). Früher war in diese Torf beigemischt, heute gibt es Gott sei Dank viele torffreie Produkte. (Für die von euch, die es nicht wissen: Um Torf zu gewinnen, müssen weltweit Moore trockengelegt werden. Dies hat verheerende Auswirkungen auf die dort heimische Flora und Fauna sowie unser gesamtes Ökosystem). Auch fällt bei einem Gartenboden Bodenpflege an in Form von Jäten, Umgraben, etc. Das entfällt beim Balkongärtnern.

    Weiter geht es mit allgemeinen Überblicken über Wind und der damit einhergehenden Verdunstung, Pflanzgefäßen, die Vor- und Nachteile von Anzucht gegenüber Direktsaat oder Jungpflanzenkauf, Gießen, Nährstoffe und Düngung, Licht und Schattenwurf (besonders auf dem Balkon ist die Ausrichtung zu beachten sowie Häuser und Bäume im Umkreis, die womöglich Schatten werfen könnten; mindestens 4-5 Stunden Licht müssen für den erfolgreichen Anbau gewährleistet sein). In einem kurzen Sortenüberblick werden Spezialzüchtungen (sog. „Balkongemüse“) zwar angesprochen, aber leider keine besonderen Sorten genannt. Es folgen dem zwar Pflanzenportraits, diese sind aber sehr schlicht gehalten. Lediglich auf Anbau, Standdauer und 1-2 Infos wird eingegangen. Zur Veranschaulichung könnt ihr euch gerne die Leseprobe auf der Verlagsseite anschauen:

    Da kenne ich leider bessere und vor allem auch ausführlichere Portraits.

    Zum Abschluss folgt noch ein Einschub über Fruchtfolge sowie eine dreiseitige Tabelle mit Mischkulturen.

    Der Hauptfokus liegt jedoch, wie bereits der Klappentext verrät, auf verschiedenen Pflanzsystemen aus dem Internet, die unter die Lupe genommen werden. Es folgt eine Einleitung in die verschiedenen Kategorien, die da sind:

    • Vertikale Bete oder „vertical gardening“ (begrenzten Platz ausnutzen und in die Höhe gehen)
    • Von Kisten und Kästen (vom Topf bis zum Minibeet)
    • Türme und Pyramiden (eine Variante des vertikalen Gärtnerns)
    • Flexibel und mobil (Europaletten, Big-Bags und Bäckerkisten)
    • Gut geerdet (klassische Hochbeete)
    • Gärtnern im Quadrat („Square Food Gardening“ = Gemüse in Quadraten anstatt Reihen)
    • Hängende Beete (wird hier eher als „Spielerei“ aufgefasst)
    • One pot (klassische Topfkultur: 1 Pflanze pro Gefäß)
    • Säcke, Taschen und Beutel (so gut wie jedes Behältnis eignet sich zum Pflanzen)
    • Minigefäße (der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt)
    • Aqua- und Terrabioponik (Symbiose mit Tieren)

    Hier gibt es jeweils einen „Experten-Check“ (wie gut lässt sich das System handhaben, in Bezug auf Wasser und andere Basics, die zu Beginn des Buches genannt wurden) und „Ernteglückspflanzen“ (welche Pflanzen funktionieren hier gut und welche nicht).

    Im Praxisteil werden nun die zuvor gezeigten System mit ausgewählten Pflanzkombinationen sowie Aufbauanleitungen zusammengeführt. Aufgeteilt wird hierbei in Balkon, Terrasse/Veranda und Innen-/Hinterhof. Die Anbaupläne sind skizziert und teilweise finden sich hier gar Sortennennungen, die man den Rest des Buches hinweg vermisst hat. Man merkt, dass dies das Herzstück des Buches ist, da es den Rest des Buches mit 50 Seiten einnimmt.

    Das Buch schließt ab mit einem Anhang, bestehend aus einem Register, Bezugsquellen, Bücher- und Gartenwissenbezugtipps. Generell sind die Empfehlungen mit 3 Seiten aber eher wenig.

    Fazit: 3/5

    Das Layout ist ansprechend und übersichtlich, die Fotos sind qualitativ gut und stimmig. Die Zeichnungen im Praxisteil sind ganz süß.

    Das Buch ist jedoch oftmals sehr allgemein gehalten, ohne namentlichen Pflanzenbezug. So wird bei verschiedenen Obst- und Gemüsesorten nicht ins Detail gegangen, sondern nur oberflächliche Infos genannt. Auf pflanzenspezifische Details wie Dünger, Sonne und Nährstoffbedarf wird nicht eingegangen. Wenn überhaupt, wird nur stichprobenartig in den Anbauplänen kurz auf Dünger etc. verwiesen. Auch gibt es keinerlei Infos zu Schädlingen oder Pflanzenkrankheiten, die, wie jeder bestätigen kann, aber leider auch zum Gärtnern dazugehören.

    Der Fokus liegt eindeutig auf den verschiedenen Anbauplänen und so etwas finde ich leider immer nicht so spannend. Ein paar nette Ideen sind dabei, aber generell richtet sich das Buch eher an Neulinge, die gar nicht tief in die Materie einsteigen möchten, sondern einfach ohne viel Zutun etwas auf ihrem Balkon, Terrasse oder Hof anbauen möchten. Für Anfänger, die ihre vorsichtigen ersten Schritte auf diesem Gebiet machen möchten, ist es daher gut geeignet. Für alle, die jedoch mehr wissen wollen, empfehle ich andere Literatur.

  • Der Dschungelbalkon im Juni

    Der Dschungelbalkon im Juni

    Endlich sind die Eisheiligen vorüber und die Gartensaison in vollem Gang. Auch hier auf dem Dschungelbalkon ist alles bereit für das Balkonjahr 2025. Naja, fast. Denn wie es nun mal immer so ist, hat natürlich nicht alles so geklappt wie geplant. Aber von Anfang an.


    Planung vs. Ausführung

    Wie ich euch in diesem Beitrag gezeigt habe, hatte ich mir Anfang des Jahres genau überlegt, wie ich den Balkondschungel dieses Jahr gestalten wollte. Tja, was soll ich sagen – inzwischen sieht es hier so aus:


    Ich habe mir nämlich über mehrere Wochen hinweg zu verschiedenen Tageszeiten den Sonnenstand auf dem Dschungelbalkon angeschaut und gemerkt, dass die Sonne eigentlich hauptsächlich im vorderen Bereich scheint – und gar nicht wirklich bis an die Scheiben vordringt. Das ist natürlich semi für das Hochregal, wo mitunter sonnenliebende Pflanzen wie meine Erdbeeren stehen (und eigentlich ein Kürbis hätte stehen sollen, aber dazu im nächsten Beitrag mehr.) Aber zumindest die andere Regalsituation konnte ich ändern: Jetzt kommt zumindest ab ca. 17 Uhr die Sonne an das Regal, auch wenn sie nicht alle Fächer komplett ausleuchtet. Geplant war aber eh, dass hier überwiegend Kletterpflanzen stehen sollen, also mal schauen, ob das alles so klappt.


    Rundgang

    Hier nun ein kleiner Rundgang auf dem Dschungelbalkon zu Beginn des Juni 2025.


    In der Ecke steht, sonnentechnisch leider etwas unglücklich, meine Physalis, die ich in der Wohnung überwintert hatte. In der Wohnung selber hatte sie sogar noch geblüht, aber seit sie draußen steht, leider nicht mehr. Das kann viele Gründe haben: das falsche Überwintern, das zu frühe Rausstellen und/oder die kaum vorhandene Sonne. Ich hoffe, das wird noch was, aber leider habe ich keinen anderen Platz für sie. Und ja, auch wenn sie als Nachtschattengewächs giftig für Katzen ist, kann sie (bei uns!) neben der Katzentonne stehen, da für unsere Dschungelkatzen die Blätter zu stark riechen, um sie anzuknabbern. Nur deswegen konnten wir sie überhaupt in der Wohnung überwintern.

    Direkt daneben, ebenfalls auf einem Ständer, stehen meine Möhren. Diese habe ich am 6.3. ausgesät, gekeimt haben sie am 23.3. Seither hat sich aber auch nicht allzu viel getan. Wahrscheinlich ist hier der Grund eine ungünstige Kombination aus zu wenig Licht und zu wenig Platz.

    Auf dem Stellplatz darunter habe ich frisch Borretsch ausgesät. Nachdem meine erste Charge, die Anfang April wunderbar aufgegangen war, leider durch Blattläuse dezimiert wurde. Zuvor stand hier Spargelsalat, aber der ist nach der Keimung relativ schnell eingegangen; wahrscheinlich auch hier zu wenig Licht. Ich muss noch schauen, ob ich den Borretsch hier stehen lassen möchte oder doch lieber woanders platziere.

    Auf dem Regal haben wir in der unteren Reihe:

    • Mangomelone (spontan im Gartencenter gekauft)
    • Kamille und Flügelbohne (Topf steht derzeit auf dem Tisch, bis die Bohnen etwas ranken bzw. die Melone so weit rankt, dass ich den Topf weiter nach hinten schieben kann)
    • Kornblume und Buschbohne (leider sind beide Bohnensorten in der Direktsaat nicht so gut aufgegangen, weswegen ich sie derzeit nochmal im Haus vorziehe)

    Auf der mittleren Ebene:

    • Butternut-Kürbis (leider etwas schwach in der Anzucht, aber er musste so langsam aus dem Anzuchttopf raus; ich hoffe, er kommt mit der wenigen Sonne zurecht)
    • Einlegegurke
    • Luffagurke (beide Gurken jeweils noch nicht im optimalen Rankstadium für den dunklen Bereich – wobei die Einlegegurke 1x täglich volle Sonne bekommt)
    • Spargelerbsen (2.4. gesät, Anfang Mai erst gekeimt. Sie standen vorher in der alten Regalposition. Hier merkt man mitunter am besten, wie wichtig Sonne für das Wachstum von Pflanzen ist – seit sie hier steht, wachsen die Erbsen eindeutig besser)

    Oberste Etage:

    • Landgurke (mit selbstgebautem Rankgitter; das ist noch etwas ausbaufähig, würde ich sagen. Oberhalb verläuft aber noch eine Juteschnur, die mir letztes Jahr als Rankhilfe gedient hat)
    • Zucchini Boldenice (mein einziges F1-Saatgut dieses Jahr. Auch eher mickrig dieses Jahr; mit diesen wenigen Blättern hat sie sogar schon die ersten männlichen Blüten gebildet)
    • Tomatenpaprika (spontan im Gartencenter gekauft)
    • Kohlrabi (meine Aussaat vom Februar, scheint nun erstmals eine Mini-Knolle auszubilden)
    • Paprika Chocobell (auch eher klein geblieben, aber ich dachte, ich probiere es trotzdem. Ich hatte ursprünglich noch eine andere Paprikasorte gesät, aber alle Paprika kamen dieses Jahr nicht über das Keimblattstadium hinaus. Typisch ich, bin ich daraufhin im Gartencenter eskaliert und habe mir gleich 4 Paprika gekauft… 🥴)
    • Aubergine (mein ganzer Stolz dieses Jahr – sie hat auch seit kurzem ihre ersten Fruchtansätze. Auch hier hatte ich ursprünglich noch eine andere Sorte geplant, aber auch diese ist letztendlich in meiner ersten Charge verendet – zu viel Wasser.)

    Daneben steht im 90°-Winkel mein kleines Metallregal. Da es mit seiner hohen Rückwand an unsere Brüstung gelehnt steht, habe ich erstmals die Gelegenheit, auch dort ein paar Pflanzen zu platzieren. Durch das Katzennetz stehen sie dort auch recht sturmsicher. Hier kommt auch die meiste Sonne hin.

    In der Ecke steht meine Penischili (gekauft) sowie ein Kasten mit überwintertem Lavendel und zwei selbstgezogenen Zinnien (es waren mal vier, aber auch dazu mehr im nächsten Beitrag.) Daneben versuche ich ein weiteres Mal eigene Sonnenblumen aus Samen zu ziehen, nachdem ich schon einmal offenbar nicht mehr keimfähiges Saatgut entsorgen musste. Auch stehen hier kürzlich gekaufte Mädchenaugen. Im Netz selber hängen diverse Chilis. Leider sind mir alle Überwinterten eingegangen, weswegen ich auch meine nicht sooo starken Chilis dieses Jahr verwende.

    Im Metallregal befinden sich (von oben nach unten):

    • meine zwei Tomatillos (eine voller Blüten, sehr beliebt bei unserer Balkonhummel, dafür die andere bereits mit einer Frucht)
    • Ananassalbei und gekaufte Sonnenblume (zuvor stand hier eine Margerite – ich finde die Pflanzen sooo schön, aber sie sterben mir jedes Mal nach wenigen Wochen weg. Vielleicht habt ihr ein paar Tipps?)
    • Katzengamander und selbstausgesäte Katzenminze (hier dürfte eigentlich gar keine Sonne hinkommen; mal schauen, wie sich das entwickelt und ob ich das womöglich umstelle. Ist nur die Frage wohin? 😝)

    Auf dem Tisch stehen zwei Tomaten (Green zebra und Cherry Tigerette). Daneben auf dem Stuhl befinden sich die Hängebrombeere Black Cascade sowie Wasabino und rote Bete (die ich bereits zum zweiten Mal ausgesät habe, nachdem die erste Charge total vergeilt ist, als der Sack noch auf dem Boden stand).

    Unter dem Stuhl steht nun doch mein Ersatz-Blumenkohl, da ich es einfach nicht übers Herz gebracht habe, ihn wegzuschmeißen. Dazu habe ich noch meine zwei aus Samen gezogenen Kartoffeln gelegt, die ich neulich notgedrungen aus der Erde ziehen musste (Kartoffeln aus Samen? Ja, ihr habt richtig gelesen! Dazu werde ich aber noch einen eigenen Blogeintrag erstellen).

    An dem Stuhl hängen noch mein neu gekaufter Lavendel sowie eine Snackpaprika von meiner Gartencenter-Eskalation.

    Neben dem Stuhl befinden sich meine zwei Kartoffeltürme. In dem einen befindet sich die Blue Congo, hier habe ich mir Saatkartoffeln gekauft und Ende März gelegt. Das Grün explodiert förmlich!

    Im anderen, achtstöckigen (!) Turm ist ein wahres Potpourri an verschiedenen Pflanzen. Von unten nach oben wachsen hier:

    • Katzenminze (gekauft), Zinnien (ursprünglich war die ganze Etage mit Zinnien bestückt, da aber an der sonnanabgewandten Seite so gut wie gar kein Licht hinkommt, ist mir die vordere leider eingegangen)
    • Kohlrabi, Mangold (gekauft)
    • 2x Steinpilzthymian (online gekauft), noch eine Katzenminze
    • Kartoffel aus Samen, 2x Tagetes
    • Kartoffel aus Samen, 2x Tagetes
    • Perilla (gekauft), 2x Basilikum Lollipop (hier hatte ich die Kartoffel „notgeerntet“)
    • Kartoffel aus Samen, Kapuzinerkresse, Stangenbohne
    • Kartoffel aus Samen, Dill, Schnittknoblauch (gekauft)

    An der Wand unterhalb der Brüstung befinden sich noch meine Heidel-, Johannis- und Stachelbeere. Die beiden letzteren wurden leider wie letztes Jahr von grünen Raupen infiltriert. Egal wie oft man die absammelt – die Eiablage findet leider mehr als einmal statt… Aber wie ihr sehen könnt: Stachelbeere stays strong!💪

    Davor in meinem großen Kasten wachen Erdbeermais, gelbe Zucchini und Erbsen; letztere kann ich bereits fleißig beernten. Direkt davor sind meine 2 Rosen (in der einen hat sich letztes Jahr ein Erdbeerableger selber eingenistet, der dieses Jahr versucht, wiederum in meinem Hochbeet Fuß zu fassen) und meine Stabtomate Black Cherry. Hier bilden sich bereits die ersten Früchte. Dazwischen steht noch mein Zwergpfirsich und darunter Schalotten.

    Und an der Fensterscheibe, leider sehr schattig, steht seit diesem Jahr meine neuste Errungenschaft: mein Hochbeet. Von unten nach oben wachsen hier:

    • 2 Schalotten und ein Kasten Basilikum (ursprünglich sollte hier ja ein Kürbis wachsen, wie zu Anfang erwähnt)
    • Erdbeeren (hier wurde kürzlich die Erntesaison eröffnet)
    • Minze (2x Erdbeerminze, 1x Marokkanische Minze; meine überwinterte Schokoladenminze haben leider Blattläuse erlegt)
    • Petersilie, Schnittlauch, Kohlrabi und Schnittknoblauch
    • Salbei, Oregano, Thymian, Rosmarin

    Und die letzten zwei Pflanzen auf meinem Dschungelbalkon: Ein Blumenkohl und ein Rettich.

    Puh, das ist wieder eindeutig eskaliert dieses Jahr. 😅 Aber ich bin schon ganz gespannt, wie meine Ernte dieses Jahr ausfallen wird! Bleibt dabei, wenn ihr genauso neugierig darauf seid wie ich.

  • Anzucht: Endlich geht es los

    Anzucht: Endlich geht es los

    Vorab

    Der März ist bereits fast vorbei und ihr fragt euch sicherlich, wo der Beitrag mit den ersten Anzuchten bleibt. Tatsächlich hat sich dieser, obwohl schon seit längerem vorbereitet, erheblich verzögert. Der Grund: Die erste Anzuchtrunde ist leider nicht so geworden wie erhofft. Deswegen habe ich einige Änderungen am Originalbeitrag vorgenommen. Ich habe mir gedacht, dass ich euch im Folgenden einfach zeige, welche Fehler mir bei den ersten Anzuchten unterlaufen sind und, was noch viel wichtiger ist, was ich daraus gelernt habe. Los geht’s!

    15.2.2025 – Versuch 1

    Na, juckt es euch auch schon so in den Fingern wie mir?
    Die Tage werden langsam länger und die Sonne bleibt bereits bis in die frühen Abendstunden am Horizont. Beste Voraussetzungen also für den Start der Aussaat der ersten Pflanzen in diesem Jahr.
    Vielleicht wundert ihr euch aber auch, warum man so früh im Jahr schon mit den ersten Anzuchten beginnt, denn man pflanzt ja bekanntlich erst ab Mitte Mai, den sogenannten Eisheiligen, ins Freiland.
    Ja, das ist korrekt, aber manche Gemüsesorten brauchen etwas mehr Vorlauf als andere. Und zwar sind das die Folgenden:

    • Paprika
    • Chili
    • Aubergine
    • Tomatillo
    • Physalis

    Alle diese Sorten sind sehr wärmebedürftig und brauchen in unserem gemäßigten Klima viel länger, um überhaupt Früchte ausbilden zu können. Deswegen zieht man sie bereits Anfang des Jahres im Haus vor.
    Da ich noch vom letzten Jahr eine überwinterte Physalis im Haus habe, habe ich dieses Jahr auf die Anzucht einer weiteren Pflanze verzichtet und mich zunächst nur auf je zwei Paprika-, Chili-, Auberginen- und Tomatillosorten konzentriert.
    Daneben habe ich auch noch (Erdbeer)Mais und Kohlrabi gesät. (Fragt euch bitte nicht, warum ich den Mais so früh gesät habe… irgendwie habe ich die Informationen auf der Rückseite der Samenpackung in meinem Kopf verdreht.)
    Wie ich dabei jeweils vorgegangen bin, erfahrt ihr jetzt.

    Vorbereitung

    Einen Tag zuvor habe ich meine zwei Minigewächshäuser aus der Kiste, in der ich sie gemeinsam mit meinen anderen Gartenartikeln aufbewahre, hervorgeholt und erstmal gründlich gereinigt. Über Nacht habe ich sie dann trockenen lassen.

    Meine habe ich vom Dehner, aber es gibt inzwischen beinahe überall welche zu kaufen. Natürlich braucht man auch nicht zwingend ein Minigewächshaus. Aber gerade wenn man mit Katzen versucht, Pflanzen vorzuziehen, ist ein schützendes Gehäuse eigentlich unvermeidbar.

    Hier vernichtet Sirius seelenruhig meine gesamte Anzucht Salat

    Dann ging es am nächsten Tag endlich los. Minigewächshäuser, Anzuchterde, Jiffy Pots, Samentütchen und Handschuhe – mehr braucht es nicht. Ich pflanze immer gerne auf dem Balkon auf einer Unterlage, damit ich im Haus nicht alles dreckig mache.
    Und dann ist das Vorgehen eigentlich immer dasselbe: Die Anzuchttöpfe mit Erde füllen, Samen gemäß Verpackung in die Erde drücken, Beschriften nicht vergessen und kräftig angießen.


    Hier seht ihr die Sortenauswahl:


    Fertig aufgestellt sieht dann alles so aus:

    Lilly freut sich

    Vier Tage später

    Die ersten Samen sind aufgegangen: Mais und Kohlrabi. Weitere vier Tage später, am 23.2.2025 ist auch eine der vier gepflanzten Tomatillos geschlüpft.

    Nun ist es Zeit für ihr neues Habitat:

    Dieses Jahr versuche ich mal an einer etwas anderen Vorgehensweise als die Jahre davor. Diese Konstruktion, bestehend aus einer Pflanzen-LED und einer großen Pflanzwanne, habe ich mir diese Saison neu gekauft. In der Wanne will ich gesammelt alle Jungpflanzen bis zur Pflanzung ins Freiland bzw. den Balkon unterstellen. So habe ich alle Pflanzen an einem Ort und kann beispielsweise zum Abhärten einfach die gesamte Wanne auf den Balkon stellen, anstatt alle Töpfchen einzeln raus und wieder rein zu tragen. Zudem steht die Wanne an einem erhöhten Platz in unserem Flur, so dass die Pflanzen hoffentlich auch dauerhaft sicher vor den gefräßigen Dschungelkatzen sind.
    Ich bin mal gespannt wie das klappt. Bislang hatte ich die Pflanzen bis zum Auspflanzen die ganze Zeit im Minigewächshaus gehalten, oftmals mit dem Deckel drauf. Das tat den Pflänzchen aber nicht so gut. Klar, sie waren sicher vor den Fressattacken der Dschungelkatzen, aber sie sind teilweise sehr stark vergeilt, weil für die warmen Temperaturen an unserem Südfenster das Licht, das durch den Deckel kam, viel zu gering war. Deswegen versuche ich es dieses Jahr mit Kunstlicht. Sobald die Pflanzen ihr erstes richtiges Blattpaar nach den Keimblättern ausgebildet haben, werden sie in größere Töpfe pikiert und diese in die Pflanzwanne unter Kunstlicht gestellt.

    Die Erkenntnis

    … So sah zumindest der Plan aus. Jedoch stagnierte bereits nach kurzer Zeit das Pflanzenwachstum. Nur der Mais wurde größer, so dass ich ihn am 24.2.2025 in 9×9 Töpfe mit Anzuchterde gesetzt hatte (die oben erwähnten größeren Gefäße). Der Kohlrabi hingegen war extrem geeilt und auch die Tomatillo wurde bereits ziemlich lang. Zwischenzeitlich waren am 26.2.2025 auch noch zwei von vier Auberginen gekeimt, die ebenfalls in ihren Jiffy Pots in die Anzuchtstation zogen.
    Es war warm in der Wanne, ja (oftmals über 20 Grad), aber ich dachte, zumindest das helle Licht würde das ausgleichen? Aber vielleicht war die LED auch zu schwach? Ich kaufte mir daher eine andere Lampe, aber auch hier wurde ich schnell unsicher, da sich keine Änderung einstellte, bis sich mein technisch-affiner Partner der Sache annahm und mich wieder zur ersten Lampe, die ihr auch auf den Bildern hier seht, überzeugte.
    Jetzt wollte ich etwas testen. Auf Amazon kaufte ich mir daher fünf ganz kleine Gewächshäuser mit integriertem LED-Licht. Der erste Gedanke war, den Kohlrabi in so einem Gewächshaus auf dem Balkon zu halten. Aber da es zu der Zeit grade Minusgrade draußen hatte, verlegte ich die Anzucht daher kurzerhand in unseren Keller. Und da ich eh schon am Experimentieren war, kam auch noch ein weiterer Versuch hinzu: Am 24.2.2025 säte ich Kopfsalat und erneut Kohlrabi in eine wiederverwendete Obstplastikschale. Bereits nach drei Tagen keimten die ersten Samen und ich konnte mit dem Versuch starten. Einen Teil der Salatpflanzen setzte ich direkt in die bei den kleinen Gewächshäusern mitgelieferten Plastikschalen und stellte sie mit den von der ersten Charge vergeilten Kohlrabi in den Keller (mit Licht und Deckel drauf), wo es bei wärmeren Außen-Temperaturen die empfohlenen 10 bis 15 Grad hat.

    Die restlichen Keimlinge blieben am Fenster im Minigewächshaus, aber ohne den Deckel drauf. Ursprünglich waren für den Versuchsaufbau jeweils vier Keimlinge vorgesehen. Aber wie ihr hier seht, ist das passiert, was ich niemals ganz verhindern kann: Die Dschungelkatzen haben alle Keimlinge bis auf einen gegessen… seufz. Naja, was soll man machen; den letzten habe ich jetzt (hoffentlich) möglichst katzensicher auf einer anderen Fensterbank untergebracht.

    Derzeit wachsen beide Salate ganz gut. Die am Fenster in der Wohnung vergeilen erstaunlicherweise nicht, aber ich habe schon den Eindruck, dass die im Keller schneller wachsen. Mal schauen. Ich halte euch auf jeden Fall auf dem Laufenden.

    Lösung

    Nach dieser Odyssee konnte ich für meine Anzucht auf jeden Fall folgende Probleme und deren feststellen:

    • Anzuchtgefäße: Die 9×9 Töpfe sind perfekt, obwohl ich sie eigentlich für pikierte Pflanzen vorgesehen hatte. Seit ich die Tomatillo hier eingesetzt habe, kann man ihr täglich beim Wachsen zuschauen. Der Trick: Hier hält sich die Feuchtigkeit gut, denn das ist, wie ich festgestellt habe, ein großes Problem mit den Jiffy Pots. Von meiner Aussaat im Februar ist in diesen Pots mehr als die Hälfte bis heute nicht aufgegangen. Die Erde darin trocknete superschnell aus, während die Töpfe bereits anfingen sich aufzulösen. Ich habe diese Aussaaten am 4.3.2025 wiederholt und zwar in den mitgelieferten Plastikschalen der fünf Minigewächshauser – bereits nach sechs Tagen sind so gut wie alle Samen der ersten Schalte aufgegangen, davon auch zwei Sorten, die in der ersten Runde gar nicht aufgingen.
    • Erde: Die Anzuchterde, die ich kaufe, ist recht grob. In vielen Videos habe ich gesehen, dass manche Leute daher ihre Erde sieben. Dies habe ich auch gemacht und gleichzeitig im Ofen sterilisiert, da wir dieses Jahr recht viele Trauermücken wegen der Überwinterungspflanzen haben. Zudem habe ich die Erde in den Töpfchen vor dem Aussäen angedrückt. So können die Keimlinge die Erde gut durchstoßen und dabei ihre Samenhülse in der Erde lassen, anstatt sie auf den Blattspitzen mit nach oben zu nehmen (und sich dabei womöglich gar nicht erst öffnen können).
    • Vorkeimen: Da in der ersten Runde grade die langsam wachsenden Samen von Tomatillo, Aubergine, Paprika und Chili nicht aufgegangen waren, habe ich sie in der zweiten Runde in lauwarmen Kamillentee vorkeimen lassen. Um dafür ein Gefühl zu bekommen, habe ich zunächst die Samen aber nur einige Stunden und nicht, wie teilweise empfohlen, bis zu zwei Tage im Tee gelassen. Bei der Tomatillo und der Aubergine hat sich der Effekt aber bereits bemerkbar gemacht: Alle gepflanzten Samen sind nach sechs Tagen gekeimt.
    • Licht, Licht, Licht: Wie ihr hier auf dem Foto sehen könnt, ist diese Tomate steil nach oben gewachsen – das Ergebnis von acht Stunden unter der Haube am Südfenster. Dies verdeutlich nochmal wie wichtig es ist, dass die Pflanzen, sobald sie ihren Kopf aus der Erde stecken, viel Licht brauchen. Ich habe inzwischen die ganze Plastikschale unter meine LED in der Anzuchtwanne gestellt und seither wächst sie nicht mehr steil nach oben und bildet bereits ihr erstes richtiges Blattpaar nach den Keimblättern. Alle anderen Keimlinge in der Palette sind somit dem Geilwuchs entkommen – sie wachsen wunderbar gedrungen und, was man vor allem an den Auberginen sehen kann, schneller und besser als diejenigen aus der ersten Runde, die unter schlechteren Bedingungen angefangen haben.

    Wie ihr seht, haben sich in meiner Anzuchtstation nun, Ende März, bereits einige Pflanzen versammelt. Ob der Platz unter der Lampe reicht, gerade, wenn einige noch in größere Töpfe pikiert werden müssen? Wir werden sehen. Aber notfalls habe ich ja noch meine zweite Lampe – und die Fensterbank, die dieses Mal aber wirklich Dschungelkatzensicher gemacht werden muss. 🤨
    Ich hoffe, ich konnte euch zeigen, dass es völlig normal ist, Fehler bei der Anzucht zu machen, denn das Wissen, was man daraus gewinnt, ist unbezahlbar. Und wie sagt man so schön: Versuch macht Kluch 🤓

  • Den Dschungelbalkon frühlingsfit machen

    Den Dschungelbalkon frühlingsfit machen

    Die Tage werden langsam länger, die frostfreien Nächte immer häufiger. Höchste Zeit also, den Balkon auf die neue Saison vorzubereiten. Heute zeige ich euch, wie ich die ersten Sonnentage Ende Februar nutze, um gemeinsam mit den vier Dschungelkatzen unseren Balkon frühlingsfit zu machen.


    Beerensträucher umtopfen und beschneiden

    Dieses Jahr wage ich mich zum ersten Mal an den Schnitt meiner Beerensträucher. Einige habe ich bereits mehrere Jahre und bis dato weder einmal beschnitten noch umgetopft. Zeit also, dieses Projekt anzugehen.

    Beim Schnitt bin ich ehrlich gesagt noch eher ratlos – ich habe viele Ratgeber gelesen, aber ich erkenne an meinen Beerensträuchern nicht wirklich wie alt die Äste jeweils sind. Deswegen habe ich hier eher nach Gefühl geschnitten. Mal schauen, was daraus wird.

    Viel wichtiger war aber das Umtopfen meiner langlebigsten Sträucher: Heidelbeere und Stachelbeere. Beide habe ich seit 2019 und noch nie die Erde getauscht. Höchste Eisenbahn also. Bis dato hatte ich auch eine ebenso alte Brombeere. Von dieser habe ich mich dieses Jahr aber schweren Herzens getrennt. Sie trug bereits seit einigen Jahren nicht mehr wirklich viel, was vor allem daran lag, dass sie keine neuen Triebe gebildet hat (Brombeeren fruchten am zweijährigen Trieb). Das soll wohl aber auch an der Züchtung liegen, habe ich gelesen (es war eine Navaho). Auch war der Topf total durchgewurzelt. Ich denke, hier trafen beide Bedingungen einfach ungünstig zusammen. Für die nächste Saison werde ich mir die Zwerg-Hängebrombeere Coolaria Cascata Black kaufen. Im Gegensatz zu meiner vorhergehenden Brombeere, die ich damals so ziemlich impulsiv und ohne vorherige Recherche im Gartencenter gekauft hatte, ist diese Sortenentscheidung bewusst getroffen: Sie ist kleinwüchsig und kann sogar in Balkonkästen kultiviert werden.

    Nun aber zurück zum eigentlichen Thema, dem Umtopfen.

    Hier bin ich wie folgt vorgegangen: Zunächst habe ich mir alle Utensilien, die ich benötige, bereitgelegt:

    • Erde
    • Pflanzgranulat
    • Vlies
    • Langzeitdünger
    • Pflanze
    • Unterlage

    Dann ging es auch direkt los. Zunächst habe ich den Ballen aus dem Topf gezogen und versucht, die Wurzeln etwas zu lockern. Normalerweise sollte man vor dem Umtopfen den Ballen sich nochmal im Wasser vollsaugen lassen. Darauf habe ich aber verzichtet. Obwohl für die nächsten Tage kein Frost angesagt ist, wird es nachts nicht viel wärmer als 0 Grad. Das ist mir zu riskant, zumal beide Pflanzen noch gut gewässert waren.

    Weiter ging es mit der Vorbereitung des Topfes. Ich habe nochmal dasselbe Pflanzgefäß genommen, da größere Töpfe leider nicht mehr auf den Dschungelbalkon passen würden. Da wir langfristig aber nach einem Haus mit Garten (und großem Balkon 😊 ) suchen, habe ich die Hoffnung, dass ich dann allen Sträuchern ein größeres Behältnis spendieren kann.

    Lilly ist natürlich mit vollem Einsatz dabei 😁

    Zunächst habe ich eine Schicht Pflanzgranulat auf dem Topfboden verteilt (eine umweltfreundliche Variante von Blähton) und darüber ein zugeschnittenes Stück Vlies gelegt. Hierauf kam nun frische Erde sowie eine Portion Langzeitdünger. Normalerweise verwende ich Schafwollpellets, diese sind jedoch nicht für Heidelbeeren geeignet (aufgrund der sauren Erde), weswegen ich hier auf einen anderen Dünger ausgewichen bin.

    Dann habe ich das gut eingearbeitet und den Ballen eingesetzt. Noch eine kleine Schicht neue Erden obendrauf, gut andrücken und voilà – der Strauch ist bereit für die neue Saison.



    Überwinterte Pflanzen umtopfen

    Genauso habe ich auch mit meinen Pflanzen verfahren, die ich auf dem Balkon überwintert habe: Erdbeeren und Chilis.

    Seit diesem Jahr habe ich ein Hoch- bzw. Vertikalbeet auf dem Balkon. Hier möchte ich platzsparend gärtnern und vor allem kleinwüchsige und dafür geeignete Pflanzen anbauen, so wie Erdbeeren. Die drei Exemplare, die ihr hier seht, haben bereits Mitte Februar ausgetrieben; von zwei anderen habe ich mich bereits getrennt. Die verblühten Stängel habe ich abgeschnitten und alle drei nun zusammen in eine Etage gesetzt. Vorne ist noch Platz für ein neues Exemplar, das ich mir diese Saison noch im Gartenhandel holen werde (Erdbeeren selber ziehen hat bei mir wiederholt nicht geklappt, weswegen ich das sein lasse). Zudem werden die Lücken im März/April noch mit Dill und Ringelblumen aufgefüllt.

    Hier sieht man noch meine drei aufbereiteten Chilis, von denen ich zwei (Chili und Pimientos) letztes Jahr aus Samen gezogen habe. Bei Chilis weiß man nie so genau, ob sie den Winter überlebt haben, aber wenn sie es geschafft haben, ist der Ertrag erstaunlich.

    Und ja, das funktioniert auch in diesen Mini-Töpfen – leider sind die so ziemlich das einzige Gewicht, das wir direkt an unserem Katzennetz befestigen können. Chilis sind nämlich für Katzen giftig, sowohl die Früchte als auch die Blätter.

    Und falls ihr euch fragt, was ich mit der alten Erde gemacht habe: Diese habe ich in meinen großen 40x60cm Topf gekippt und werde sie im Laufe der nächsten Wochen aufbereiten.

    Und was ebenfalls bald ansteht ist das Umtopfen und Aufbereiten meiner im Haus überwinterten Pflanzen: Physalis und zwei Zitruspflanzen. Darauf freue ich mich auch schon.