Gärtnern mit Katzen

Ja, ich weiß, was ihr jetzt denkt: nicht noch ein Block über das Balkongärtnern. Aber wie viele können von sich behaupten, mit Katzen zu gärtnern?
Denn ja, wenn man Katzen auf dem Balkon hat, muss man einiges beachten. Wie oft habe ich auf Instagram oder anderen Blogs Inspirationen gesehen und mir gedacht: „Oh, das hätte ich auch gerne auf meinem Balkon“ – nur um dann festzustellen, dass diese oder jene Pflanze giftig für Katzen ist. Das schränkt einen natürlich bei der Pflanzenwahl ein.
| Wichtig: Alle Angaben in diesem Blog, ob Pflanzen giftig sind oder nicht, sind ohne Gewähr! Ich bin auch nur Laie auf dem Gebiet und trage hier verschiedene Quellen zusammen. Auch sind Katzen individuell; nicht jede Katze knabbert gleich alles an, was grün ist. Und selbst wenn eine Pflanze nicht giftig ist, kann der Vierbeiner manches auch einfach nicht vertragen. Paradebeispiel dafür ist bei uns Mangold: Er ist nicht giftig, aber sobald unsere Katzen sie in Mengen vor der Fütterung essen, kommt er genauso wieder raus wie er reingekommen ist… Ich zeige euch hier nur, was ich mache und was mit meinen Katzen funktioniert. |
Der Dschungel – damals und heute
Bevor ich 2020 mit meinem Partner und den ersten zwei Dschungelkatzen (Ryuk und Sirius) zusammengezogen bin, konnte ich mich noch ungehindert auf meinem riesigen Dachbalkon austoben.



Doch mit Einzug der Katzen musste ich vor allem eins bedenken: Katzen lieben Grünzug, egal ob essbar oder nicht. Und wenn man dann noch versucht, wie ich alles planlos auf dem nun deutlich kleineren Balkon unterzubringen, passiert mitunter das:

Der Dschungel, den ich auf dem Balkon angelegt hatte, hat nicht nur uns Menschen den Platz genommen, sondern auch, wie ich befürchte, die Entwicklung einiger Pflanzen eingeschränkt.


Dieses Jahr gehe ich das Ganze daher organisierter an, damit es nicht so eskaliert wie die Jahre davor.
So habe ich mir letzten Monat von meinem Partner eine maßstabsgetreue Skizze unseres Balkons anfertigen lassen und mir zeitgleich Schablonen derjenigen Objekte zurechtgeschnitten, die alles ihren Platz auf dem Balkon finden sollen.


Nach einigem Hin- und Herschieben denke ich, dass ich für die kommende Saison eine ganz gute Lösung gefunden habe:


Deutlich ordentlicher und übersichtlicher als die letzten Jahre, oder?
Das Saatgut

Auch habe ich zwischen den Jahren endlich meine Saatgutbox gestaltet (ich bin leider kein so guter Bastler, deswegen verzeiht mir bitte den etwas unsauberen Look – aber die Box erfüllt ihren Zweck).
Ich habe die jeweiligen Saatpackungen nach folgenden Kategorien bzw. Sorten geordnet:
- Erbse
- Tomate
- Gurke
- Kräuter
- Zucchini
- Tomatillo
- Chili
- Bohne
- Paprika
- Kartoffel
- Salat
- Aubergine
- Kürbis
- Mais
- Blumen
- Anderes
Teilweise sind die Packungen leer. Wenn ich sie bereits geöffnet habe, habe ich sie in diese Behälter umgefüllt und entsprechend beschriftet:

Nicht geöffnetes Saatgut bleibt bis zur Verwendung in seiner Verpackung. Die leeren Packungen hebe ich aber dennoch wegen der Angaben auf der Rückseite auf. Auch habe ich so an einem Ort gesammelt mein gesamtes Saatgut.
Zusätzlich habe ich zu jeder Gruppe generelle Übersichten mit wichtigen Infos geschrieben, die mir ebenfalls bei der Planung helfen:
- Schwach-, Mittel- oder Starkzehrer
- Größe des Pflanzgefäßes
- Partner für Mischkultur
- Besonderheiten (z.B. Ausgeizen bei Tomaten, Überwintern möglich, etc.)
- Anzucht oder Direktsaat und wann

Was pflanze ich dieses Jahr
Und nun kommt das Spannende: Das Auswählen der Sorten.
Hierbei sind mehrere Faktoren wichtig. Neben persönlichem Geschmack ist der vorhandene Platz ein sehr wichtiges Kriterium. 6M² sind leider nicht sonderlich viel, wie ich die letzten Jahre feststellen musste.
Daher beachte ich bei meiner Planung auch gleich, in welche Gefäße ich später was pflanze und wo diese auf dem Balkon stehen werden. Dies ist vor allem in Anbetracht der 4 Dschungelkatzen sehr wichtig, denn neben den klassischen Parametern wie Standortanforderungen der Pflanze oder der benötigten Topfgröße, muss man auch an die Bedürfnisse der Katzen denken.
Und ja, bei meinen Pflanzen gibt es auch welche, die giftig sind – und da ist es besonders wichtig, sie möglichst unerreichbar für die Katzen zu platzieren. Aber, und hier wird mir jeder Katzenbesitzer zustimmen: Wirklich unerreichbar ist für Katzen nichts.

Lucy kann, seit sie ein Baby war, auf so gut wie alle erhöhten Plätze springen…

… oder sich auch in die unerreichbarsten Ecken quetschen.
Deswegen sei auch erwähnt, dass wir die Katzen nicht unbeaufsichtigt auf den Balkon lassen – außer wir können uns wirklich sicher sein, dass keine giftige Pflanze für sie erreichbar sind.
Welche Sorten es am Ende geworden sind? Das erfahrt ihr nach und nach in den folgenden Beiträgen, wenn es mit der Aussaat endlich losgeht.
